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Seniorengerechtes Wohnen

Agathenburg: Hier entsteht der „Wohnpark Eulenring“

Zwei der Dreierhäuser (hinten) und das Doppelhaus (links, nicht im Bild) sind fertig, das dritte Dreierhaus wird gerade gebaut: Klaus Kühnel als Vertreter der Bauherrengemeinschaft, Architekt Carsten Wolf und Bauleiter Torsten Pape (von rec

Zwei der Dreierhäuser (hinten) und das Doppelhaus (links, nicht im Bild) sind fertig, das dritte Dreierhaus wird gerade gebaut: Klaus Kühnel als Vertreter der Bauherrengemeinschaft, Architekt Carsten Wolf und Bauleiter Torsten Pape (von rec

Das Neubaugebiet Eulenring am Nodorpsweg kommt gut voran. Einige Häuser sind bezogen, andere werden gebaut. Mittendrin entsteht der „Wohnpark Eulenring“ mit seniorengerechten Reihenhäusern.

Von Sabine Lohmann Freitag, 22.02.2019, 07:30 Uhr

Auf einer Sonderfläche für seniorengerechtes Wohnen im Eulenring werden drei gleich gestaltete Gebäude mit je drei Wohneinheiten und ein Doppelhaus (ohne Mittelhaus) mit insgesamt elf barrierefreien Wohneinheiten gebaut. Stolz präsentiert der Agathenburger Klaus Kühnel, Ex-Ratsherr, Rentner und Mitglied der Bauherrengemeinschaft, die „auch städtebaulich interessante Lösung“. Die Wohnhäuser sind Reihenhäuser, „sehen aber nicht so aus“, Hausgruppen sei die richtige Bezeichnung, sagt Kühnel, der als einer der neun Bauherren zusammen mit Gerd Allers das Doppelhaus baut. Die Architektur sei gelungen, sagt auch Bauherr Allers, zugleich Bürgermeister in Agathenburg, die Häuser fügten sich gut ein.

Entworfen wurden die Gebäude vom Architekten Carsten Wolf von der Baugesellschaft „Wolf & Pape“ (W&P) aus Hollern, Bauingenieur Torsten Pape ist der Bauleiter. Sie sind ebenfalls Bauherren, ihnen gehören zwei Wohneinheiten.

Der Wohnpark hat eine lange Vorgeschichte. Wie es dazu kam, erzählt Klaus Kühnel, der die Entwicklung als Ratsherr begleitet hat. Entstanden war die Idee vor sieben Jahren. Als die Dorferneuerung „Zukunft für Agathenburg“ 2012 begann, wurde auch das Thema „Altersgerechtes Wohnen“ in Agathenburg diskutiert und als Projekt in den Dorfentwicklungsplan aufgenommen. Denn, wie Kühnel erläutert, wegen der Altersstruktur im Dorf hatte der Rat die Notwendigkeit erkannt, geeignete Wohnmöglichkeiten für ältere Menschen zu schaffen.

Zudem bestand in Agathenburg der Wunsch, auch im hohen Alter im Heimatdorf bleiben zu können. Die Wohnangebote sollten zentral gelegen sein und bestehende Gebäude vorrangig berücksichtigt werden. Und die Lösungen sollten flexibel sein hinsichtlich der Selbstbestimmung, Versorgung und Betreuung. Doch die Suche nach geeigneten Gebäuden blieb erfolglos. Kurz- und mittelfristig standen keine geeigneten Gebäude zur Verfügung, ausreichend große Flächen für Neubauten fehlten – oder die Verkaufsbereitschaft war nicht vorhanden.

Als der Gemeinderat den Bebauungsplan „Nodorpsweg“, das heutige Baugebiet „Eulenring“, auf den Weg brachte, reservierte er – noch ohne konkrete Pläne – in der Mitte des Plangebiets eine 3600 Quadratmeter große Sonderfläche für altersgerechtes Wohnen. Wohneinheiten mit kleinen Grundstücken sollten hier möglich sein, die vorgegebene Grundflächenzahl (GRZ) wurde mit 0,3 – statt 0,25 wie auf den übrigen Baugrundstücken – im Plangebiet festgesetzt. Ausschließlich Hausgruppen, städtebaulich ansprechend und in der Gestaltung an die übrige Bebauung angepasst, sollten entstehen.

Die Suche nach einem Planer und Bauinteressenten, möglichst Bürger aus Agathenburg, begann. Wie Kühnel erzählte, lagen dem Erschließungsträger und Verkäufer der Fläche, der Kreissparkasse, mehrere Konzepte vor. Eine Bauherrengemeinschaft mit zuletzt neun Bauinteressenten (überwiegend Investoren aus Agathenburg) bildete sich, die sich schließlich für den Kauf der Sonderfläche und den Planentwurf von W&P entschied.

Laut Entwurf sind alle Hausdrittel und Haushälften, inklusive kleinem Garten und Parkfläche, eigenständige Objekte. Die Grundrisse und die Aufteilung der Wohneinheiten sind weitgehend identisch: Die Wohneinheiten haben jeweils fast 120 Quadratmeter, davon 65 Quadratmeter im Erdgeschoss und 55 Quadratmeter im Obergeschoss. Barrierefreiheit wird erreicht durch die Wohnräume im Erdgeschoss mit Wohn- und Schlafzimmer, Bad und Küche. Im Obergeschoss (mit zweitem Badezimmer) könnten zum Beispiel Pflegepersonal oder Gästezimmer für die erwachsenen Kinder untergebracht werden. Geplante Fertigstellung: im Laufe des Jahres.

Die zusammenhängenden Häuser werden unterschiedlich genutzt, weiß Kühnel. Einige wollen vermieten, andere verkaufen. In das erste Dreierhaus zieht bald die Mutter eines Bauherren ein. Wenn die Bauarbeiten weiter so gut laufen, könnte auch das Doppelhaus bald bezogen werden.

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