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TAltländer sanieren ihre Festhalle

Ehrenamtliches Engagement: Gerd Kreisel, Herbert Scharf, Matthias Gerth und Frank Deppe vom Verein „Lust auf Kultur“ haben am Wochenende die Wände der sanierungsbedürftigen Altländer Festhalle in Jork gestrichen (von links), am Sonntag rück

Ehrenamtliches Engagement: Gerd Kreisel, Herbert Scharf, Matthias Gerth und Frank Deppe vom Verein „Lust auf Kultur“ haben am Wochenende die Wände der sanierungsbedürftigen Altländer Festhalle in Jork gestrichen (von links), am Sonntag rück

Die Altländer Festhalle ist ein Sanierungsfall: Im Gespräch ist, das Gebäude bis 2027 zum Mehrgenerationenhaus mit Festhalle und Jugendzentrum umzubauen. Doch solange wollen engagierte Bürgerinnen und Bürger nicht warten.

Montag, 28.09.2020, 10:00 Uhr

So haben die Jorker Vereine „Lust auf Kultur“ und „Kleine Jorker Bühne“ am Wochenende zu Pinsel und Farbe gegriffen und die Seitenwände und den Tresenbereich in einem hellen Grauton gestrichen. „Wir wollen ein Zeichen setzen – und deutlich machen, wie wichtig uns die Festhalle ist, als Bürger und als Kulturveranstalter“, betont der Vorsitzende von „Lust auf Kultur“, Frank Deppe.

Ehrenamtliche unterstützen Kommune

Auch neue feuerfeste Akustik-Vorhänge wird es geben. Am 10./11. Oktober sei bereits ein weiterer Arbeitseinsatz geplant, dann werden die Ehrenamtlichen die Träger, den Vorraum und die Treppe streichen. Und auch die Bühnentechniker der Kleinen Jorker Bühne (KJB) werden noch einige Verbesserungen vornehmen, kündigte der Vorsitzende der KJB, Florian Rohloff, an.

Deppe und Rohloff begrüßen, dass die Gemeinde den Ehrenamtlichen das Material zur Verfügung stellt. Nach den Vereinen übernimmt Maler Sill, die Stirnseite der Festhalle wird eingerüstet, dann wird der Fachbetrieb die grüne Wand in Weiß streichen. Einige 10 000 Euro wird die Gemeinde Jork investieren, damit die Festhalle von 1938/1964 in neuem Glanz erstrahlt. Kommune und Ehrenamtliche arbeiten Hand in Hand. Das Altländer Sgraffito von Richard Eggers (1905 – 1995) – der örtliche Künstler war einer der bedeutendsten Vertreter des Postimpressionismus in Norddeutschland – bleibt erhalten.

Nutzungs- und Raumkonzept in Arbeit

Auf Grundlage des Festhallen-Workshops – unter Einbindung der Vereine –  von 2019, will die Kommune ein Nutzungskonzept erarbeiten und Zuschüsse in der neuen Förderperiode ab 2021/ 2022 einwerben. Die Gemeinde Jork setzt auf Leader, die Fördermittel aus diesem Programm könnten bis 2027 fließen.

Im Gespräch ist, das 1938 als Reithalle errichtete und 1964 zu einer Mehrzweckhalle umgebaute Gebäude mit der kleinen Sporthalle zu sanieren und mit einem neuen Nutzungs- und Raumkonzept attraktiver zu machen. Die Idee: Aus der Fest- und der Sporthalle wird ein Altländer Mehrgenerationenhaus mit einem flexibel nutzbaren Saal und einer Art ‚Haus der Vereine‘ im Mitteltrakt als Treffpunkt mit Übungs-, Konferenz-, Büro- und Veranstaltungsräumen. Im Obergeschoss soll das Jugendzentrum „Woodstock“ einziehen.

Auch die Stirnwand der Festhalle in Jork soll in diesem Herbst von einem Handwerksbetrieb gestrichen werden, das große Sgraffito von Richard Eggers (1905 bis 1995) bleibt erhalten.

Auch die Stirnwand der Festhalle in Jork soll in diesem Herbst von einem Handwerksbetrieb gestrichen werden, das große Sgraffito von Richard Eggers (1905 bis 1995) bleibt erhalten.

Ob Norddeutsche Obstbautage, Konzerte, Feste, Geflügelausstellung, Versammlungen oder Theater – das alles soll es auch in der Zukunft geben. Die Technik (Licht, Lüftung, Vorhang und Beschallung) sowie die Akustik sollen verbessert werden. Außerdem müsste ein Personen- und Lastenfahrstuhl – vom Keller bis in das Dachgeschoss – eingebaut werden (Stichwort: Barrierefreiheit).

Frank Deppe von Lust auf Kultur hofft weiterhin, dass Jork so zu einer „Art Dorfgemeinschafts- oder Mehrgenerationenhaus kommt“ – einem Mix aus einem MGH wie in Horneburg und dem Kulturforum am Hafen in Buxtehude – kombiniert mit einer durch mobile Wände flexibel nutzbaren Halle.

Das mobile Impfteam des Stader Impfzentrums gastiert am 13. August in der Altländer Festhalle in Jork. Foto: Vasel

Das mobile Impfteam des Stader Impfzentrums gastiert am 13. August in der Altländer Festhalle in Jork. Foto: Vasel

Bislang ist die Halle für bis zu 800 Personen stehend und bestuhlt für bis zu 633 Personen zugelassen. Notwendig sei unbedingt auch der Umbau der alten Küche aus den 1960er Jahren, so Deppe. Die kleine Turnhalle soll so lange dem Schul- und Vereinssport vorbehalten bleiben, bis die Grundschule am Westerminnerweg nach dem Neu-/Umbau eine eigene Turnhalle hat, so Politik und Verwaltung bereits bei dem Workshop im Juni 2019.

Mit einer modernen Bühnen- und Veranstaltungstechnik würden auch wieder mehr (nicht-)kommerzielle Theater-, Konzert- und Partyveranstalter die Festhalle nutzen, so die Kulturveranstalter. Davon würden sowohl Gemeinde als auch Bürger profitieren.

Seitenwand: Blick in die Altländer Festhalle am Sonntagabend.

Seitenwand: Blick in die Altländer Festhalle am Sonntagabend.

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