Altstadtbuchhandlung: Jedes Buch selbst ausgesucht
Britta Gerken in der Altstadtbuchhandlung. Links von ihr stehen die Kinder- und Jugendbücher, für deren Einkauf sie zuständig ist. Fotos: Frank
Seit 1985 gibt es die Altstadtbuchhandlung in Buxtehude. In Zeiten des zunehmenden Online-Handels setzt das Team darauf, die Kunden gut zu beraten.
Ihren Standort in der Langen Straße hat die Buchhandlung seit Anfang der 2000er-Jahre, zuvor war sie in den Räumen, in denen sich heute die Bar „Ma Vie“ befindet – die waren aber zu klein geworden. Britta Gerken leitet die Buchhandlung seit 2014. Sie ist gelernte Buchhändlerin und wechselte nach ihrer Ausbildung in die Altstadtbuchhandlung, die damals noch von Vera und Bernhard Striebich geführt wurde. „Im Prinzip habe ich das Geschäft weitergeführt“, sagt Gerken. Es seien unter ihrer Leitung aber noch mehr Regionales und mehr Produkte, die keine Bücher sind, hinzugekommen.
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Veranstaltungen, wie Lesungen, gibt es in der Altstadtbuchhandlung nur wenige. „Wir punkten mit Service und Beratung“, sagt Gerken. Alle Mitarbeiter seien gelernte Buchhändler, die Buchhandlung versuche, eine große Auswahl zu bieten. Drei Vollzeit- und zwei Teilzeitkräfte arbeiten derzeit in der Buchhandlung. Viele Stöberer kommen in die Buchhandlung, aber auch viele, die etwas Konkretes suchen, sagt Gerken über die Kundschaft. Besonders beliebt sei derzeit die Biografie von „Montana Black“. Der bekannte Buxtehuder Youtuber komme regelmäßig auch in die Buchhandlung, kaufe einige seiner Bücher, signiere sie und gebe das bei Instagram bekannt – Fans könnten die Exemplare dann kostenlos abholen. „Er ist immer sehr freundlich und höflich“, sagt Gerken schmunzelnd. Aber auch die Themen Garten und Gesundheit seien derzeit bei Kunden beliebt. Auch Reiseführer würden nach wie vor gerne gekauft. „Besonders Camping ist gerade im Trend“, erzählt Gerken.
Jedes Buch, das bei der Altstadtbuchhandlung im Regal steht, wurde von den Mitarbeitern selbst ausgesucht. „Das macht es aber auch nicht immer einfacher“, muss Gerken schmunzelnd zugeben. Sie ist für den Einkauf der Kinder- und Jugendbücher zuständig und liest diese daher auch viel. „Das mache ich aber nicht nur beruflich, das macht mir auch Spaß“, fügt die Buchhändlerin hinzu. Sie lese, was das Genre angehe, eigentlich fast alles: mal etwas Anspruchsvolles oder Historisches, aber auch mal eine Frauenroman – aber immer das „klassische“ Buch, keine E-Books. „Ich bin da noch retro“, sagt sie. Den Buchhandel im Internet fürchtet Gerken nicht wirklich. Die Konkurrenz sei zwar da, aber dann zähle eben wieder der Service und die Beratung, die gebe es im Internet so nicht. Gerken glaubt jedoch, dass gerade wieder ein Wandel stattfindet: „Die Leute haben eingesehen, dass es wichtig ist, lokal zu kaufen. Sonst gibt es irgendwann keine Innenstädte mehr.“
Eine Stadt ohne Buchladen ist keine Stadt, sagt der Bestsellerautor Neil Gaiman. Aber Buxtehude hat bei 40.000 Einwohnern gleich fünf davon. Das toppen in Deutschland nur noch Städte wie Göttingen oder Heidelberg. Was steckt dahinter? Das wollen wir mit Besuchen in allen Buchhandlungen herausfinden. Heute Teil 3: die Altstadtbuchhandlung.