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Anna und ihr Alleskönner „Fritz“

Anna Höhl auf ihrem „Fritz“. Die 27-Jährige ist erfolgreich in der Vielseitigkeit: „Die Pferde sind nur so gut wie ihre Reiter“, sagt sie. Foto: Kordländer

Anna Höhl auf ihrem „Fritz“. Die 27-Jährige ist erfolgreich in der Vielseitigkeit: „Die Pferde sind nur so gut wie ihre Reiter“, sagt sie. Foto: Kordländer

Mit Pferden hat Anna-Kristina Höhl vom Hof Perlberg in Stade schon ihr Leben lang zu tun. Die 27-Jährige tritt in die Fußstapfen ihrer Eltern Beate Vollmers-Höhl und Hans-Günter Höhl. Sie ist nicht nur begeisterte Vielseitigkeitsreiterin, sondern auch vielseitig ausgebildet.

Von Hans-Lothar Kordländer Dienstag, 08.03.2016, 12:48 Uhr

Kürzlich hat Anna Höhl die Prüfung zur Pferdewirtschaftsmeisterin abgelegt, außerdem ist sie Physiotherapeutin für Vierbeiner.

Sie ist schon immer geritten, als Kind habe sie mit Ponys die ersten Sporen verdient, erzählt Anna Höhl. „Im Alter von zehn Jahren bin ich dann auf Großpferde umgestiegen. Für Ponys war ich da schon zu groß.“ Zuerst Springen und Dressur, dann sei sie auf die Vielseitigkeit umgestiegen.

Anna Höhl hat viele Pferde in Beritt. Viele Erfolge hat sie mit ihrem inzwischen 16-jährigen Fizz Oblon (ein Sohn des Hannoveraner-Hengstes Fabiano) errungen. In der Perlberger Pferdeanlage wird das Pferd von allen liebevoll „Fritz“ genannt. Anna Höhl behauptet von ihrem Pferd: „Der kann alles, sogar lesen und schreiben, wenn es darauf ankommt.“ Die Mutter des Pferdes hat Familie Vollmers-Höhl als junge Stute gekauft. Fizz Oblon ist auf dem Hof geboren. „Gemeinsam haben wir alles für den Turniersport gelernt“, erzählt Anna Höhl. Ausbilderin im Dressurreiten ist Cornelia Haack-Höring aus Kehdingen, Ausbilder im Springreiten Reinhard Jonas aus Brest.

Irgendwann entdeckte die junge Reiterin ihr Herz für die Vielseitigkeit, insbesondere für das Reiten im Gelände. In der Nähe ihres Hofes hat sie eine tolle Trainingsstrecke, auf der sich sogar Wasserlöcher befinden. Reihenweise hat das Perlberger Paar Platzierungen errungen. Mehrfach war sie bei der Landesmeisterschaft Vielseitigkeit dabei. Auch auf hiesigen Turnierplätzen standen sie oft in der Reihe der Sieger und Platzierten.

Die 27-Jährige hat schon Pferde bis zur Klasse M ausgebildet. „Aber die Vielseitigkeit macht einfach am meisten Spaß.“ Da müsse man schon gut reiten. Insbesondere sei es aber wichtig, ein großes Vertrauen zu dem Vielseitigkeitspferd aufzubauen. „Zu meinen reiterlichen Vorbildern gehören Ingrid Klimke, Marlin Petersen und Peter Thomsen.“

„Bei der Vielseitigkeit muss man sehr gut trainiert sein – Reiter wie Pferd“, stellt Anna Höhl heraus. Ein gutes Nervenkostüm bei beiden sei nur von Vorteil. Es dauere viele Jahre, um einen guten Leistungsstand in der Vielseitigkeit zu erreichen. Man fange ganz unten an, aber auch im Spitzensport sei die Ausbildung nie zu Ende. „Die Buschreiter sind eine große Familie“, erzählt Anna Höhl. Hier gebe es einen großen Zusammenhalt. „Jeder gönnt dem anderen die Erfolge.“ Als Quereinsteigerin hat sie nun die Prüfung zur „Pferdewirtschaftsmeisterin in Reiten und Zucht und Haltung“ abgelegt. Ihr Examen legte sie nach intensiver Ausbildung mit vielen Stationen ab. „Die Prüfung war schon sehr schwer, ich musste viel dafür lernen.“ Im praktischen Examen seien Spring- und Dressuranforderungen bis zur Klasse M gefordert gewesen.

Anna Höhl hat vor ihrer Meisterprüfung auch eine Ausbildung zur Physiotherapeutin für die Vierbeiner gemacht. Dazu besuchte sie diverse Wochenendlehrgänge in Dülmen beim Deutschen Institut für Pferde-Osteopathie. Die 27-Jährige hat sich zum Ziel gesetzt, den Hof ihrer Eltern weiterzuführen und auch beständig auszubauen.

Die Schwerpunkte: die Aufzucht von jungen Pferden, die Pensionshaltung von Stuten und das Aufziehen von Fohlen, um sie dann ab dem dritten Lebensjahr auszubilden. Auch Turnierpferde sollen vorgestellt werden. Die Arbeit mit den Pferden ist nach den Worten von Anna Höhl ein Geben und Nehmen. „Die Pferde sind nur so gut wie ihre Reiter.“ Man müsse immer bedenken, dass zwei Lebewesen zusammenarbeiten. Der Reiter müsse lernen, sich beim Umgang mit Pferden durchzusetzen. Oberste Prämisse sei aber die Verantwortung für das Pferd. Der Reiter müsse auch zurückstecken können, wenn es dem Pferd mal nicht so gut gehe. „Niederlagen hat man gemeinsam zu tragen.“

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