TArmut wurde nicht verringert
Zum Artikel „Jedes fünfte Kind hierzulande ist armutsgefährdet“ (TAGEBLATT vom 5. Februar) schreibt Gerda Rodewald aus Buxtehude:
Die Analyse von Herrn Siggelkow, Gründer des Vereins „Die Arche“, ist nur bedingt richtig. In den 1990er-Jahren fingen in jeder Presse und TV-Sendungen an, die Alleinerziehenden als Familienmodell zu bevorzugen. Die ausfallenden Vaterschaftsgelder wurden vom Staat übernommen und noch verlängert an Jahren. Gleichzeitig wurde die Familien-Splitting-Steuertabelle verteufelt. Dass mit ein, zwei Kindern und nur Erzeugern keine Armut bekämpft werden kann, ist nachvollziehbar.
Gleichzeitig wird nach nunmehr 30 Jahren Staatsunterstützung und maximal einem 20-Stunden-Arbeitsplatz keine auskömmliche Rente erarbeitet und wiederum die Schlagzeile „Alter erhöht Armutsrisiko“ verbreitet. Verantwortung für sich und die gezeugten Kinder wurde dem Staat übertragen.
Kinderarmut im Wahlkampf nicht vergessen, und auch Altersarmut sind immer beliebte Schlagzeilen. Immer mehr bleiben ledig, aber kurz vor der Menopause soll schnell noch ein Kind gezeugt werden, aber bitte ohne Ehe, nur mit Erzeuger und anschließend staatliche Übernahme. Krippenplatz, Kita, Ganztagsschule mit Vollverpflegung und Freizeitgestaltung. Sowie bei Sprachproblemen den Dolmetscher hinzuziehen.
Kindergeld und weitere Zuschläge und Annehmlichkeiten wurden immer wieder seit 1975 erhöht, nur die Armut wurde trotz hoher Sozialausgaben nicht verringert. Die Frage stellt sich nicht, wenn man die Zusammenhänge begreift und trotzdem keine Veränderung vornimmt.
Zen-Weisheit: Die Menschen leben nicht aus eigener Kraft, sie lassen sich vom System füttern.