Auch wegen Cannabis: Mehr Beratungen beim Giftnotruf
2025 war das erste komplette Jahr seit der Teillegalisierung von Cannabis. (Symbolbild) Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Um 17 Prozent stiegen Beratungsanfragen zu der Droge. Die meisten Anrufe wegen Vergiftungen hatten aber andere Themen.
Göttingen. Drogen, Pilze, Medikamente: Der Bedarf an Informationen zu giftigen Dingen sowie Vergiftungen steigt im Norden weiter. Die Zahl der Beratungen durch den Giftnotruf ist im vergangenen Jahr erneut gestiegen, wie die Universität Göttingen kürzlich mitteilte, an der das Beratungszentrum angesiedelt ist. Auf Drogenvergiftungen lag demnach ein besonderes Augenmerk.
Die Zahl der Beratungen zu Vergiftungs- oder Verdachtsfällen beim Giftinformationszentrum Nord stieg den Angaben nach um rund zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 52.573 - in den allermeisten Fällen handelte es sich um versehentliche Fälle, die sich überwiegend im häuslichen Umfeld abspielten. Ursächlich für die Vergiftung beziehungsweise den Verdacht waren meist Medikamente gefolgt von chemischen Produkten sowie Pflanzen und Nahrungs- und Genussmitteln.
„Oft sind es Dinge aus dem täglichen Umfeld, die besonders für Kinder gefährlich werden können“, hieß es in der Mitteilung. Die größte Vergiftungsgefahr gehe von Haushaltschemikalien und Arzneimitteln aus. In 23 Beratungsfällen wurde im Nachhinein ein Todesfall dokumentiert.
Anstieg bei Cannabis-Beratungen
In 1.324 Fällen ging es bei den Anrufen um Drogen. „Die meisten Anfragen bezogen sich auf Kokain, Amphetamine und ähnliche Drogen sowie auf Vergiftungen mit Cannabis und synthetischen Cannabinoiden“, hieß es in der Mitteilung weiter. 2025 war das erste volle Kalenderjahr seit der Teillegalisierung von Cannabis. Konkret zum Cannabiskonsum stieg die Zahl der Beratungen um 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Der Giftnotruf berät medizinisches Personal ebenso wie Bürgerinnen und Bürger zu Vergiftungen sowie in akuten Notfällen. Die Einrichtung ist für die Bundesländer Niedersachsen, Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein zuständig. Auch um Tiervergiftungen kümmert sich der Giftnotruf. Darauf entfielen im Jahr 2025 genau 1.256 Beratungen.
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