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Leserbriefe

TAufklärung statt Hass

Zum Thema „Migration“ (diverse Artikel im TAGEBLATT) schreibt Horst Wiechern aus Jork:

Mittwoch, 19.02.2025, 15:21 Uhr

Für all diejenigen, die Ausländerhass schüren, empfehle ich, die Geschichte der weißen Rasse der letzten zwei bis 400 Jahre zu studieren. Wie war es damals um circa 1800 zum Beispiel in Westafrika, wo die Menschen ein normales, friedliches Leben geführt haben? Es gab kaum Feinde. In den Küstengewässern gab es reichlich Fisch für ihre Ernährung. Diese Idylle wurde mit einem Schlag beendet. Ein großes Schiff, bestückt mit modernen Waffen und besetzt mit einer feindlich gesinnten, weißen Besatzung, gab ihrem Leben eine unheilvolle Wendung. Die Weißen haben geplündert und gemordet. Sie haben auch fast die Ureinwohner in Amerika und Australien ausgerottet und haben große Teile der Welt kolonisiert und ausgebeutet, was auch teilweise immer noch den europäischen Reichtum erklärt.

An der Ausbeutung der Schwachen hat sich bis heute nichts geändert. Unser Wohlstand ist nur die Fortsetzung von Kolonisation mit anderen Mitteln. Anstatt demütig zu sein, ergießen sich Parteien und viele Mitbürger in Arroganz und Hass gegenüber Ausländern. Die Europäer werden gerade Zeuge ihres eigenen politischen Versagens und finden keine schlüssige Antwort auf die selbst verursachten Probleme. Die rechtsextremen Parteien finden in den a-sozialen, ungefilterten Medien einen fruchtbaren Nährboden. Viele Menschen informieren sich ausschließlich über diese Medien. (Man sollte ihnen deswegen das Wahlrecht entziehen.) Die Rechtsextremen schüren die Ängste vor den friedlichen Ausländern, huldigen aber andererseits kriminellen Führern wie zum Beispiel Trump und Putin.

Wie schafft man diesen Spagat? Und Frau Weidel weiß natürlich auch genau, dass Hitler kein Kommunist war, wie auch die AfD keine Alternative für Deutschland ist. Menschen, die für wenig Geld in zum Beispiel afrikanischen Minen unter lebensbedrohenden Bedingungen arbeiten und zu uns kommen wollen, werden bei uns als Wirtschaftsflüchtlinge stigmatisiert. Ich verkenne nicht die Probleme einer unkontrollierten Einwanderung, aber alle Ausländer für einzelne schwere Verbrechen in Sippenhaft zu nehmen, löst kein Problem. Wie würden wir auf uns schauen, wenn über jeden von einem Deutschen begangenen Mord so umfassend in den deutschen Medien berichtet würde? Wie würde das auf uns reflektieren?

Alle Mörder ausweisen? Die Presse ist mitverantwortlich für diese Schieflage. Aufklärung statt Hass.

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