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Auftragskiller steht wieder vor Gericht

Für Hamburgs Gerichte ist er seit Jahren ein rotes Tuch, für die Mitarbeiter der JVA Fuhlsbüttel der wohl auffälligste Häftling: Auftragskiller Peter Zantop (58), 2003 zu lebenslanger Haft verurteilt, lässt sich auch hinter Gittern kaum bändigen.

Donnerstag, 15.06.2017, 20:02 Uhr

Er landet wegen Übergriffen auf Mitgefangene und Bedienstete immer wieder auf der Anklagebank. Gestern wieder: Die Vorwürfe diesmal: versuchte gefährliche Körperverletzung, Beleidigung und Sachbeschädigung.

Vor einem Jahr hatte das Gericht den Zweifachmörder wegen diverser Straftaten in „Santa Fu“ zu einer zusätzlichen Haftstrafe von einem Jahr verurteilt. Zantop ging in Berufung, weshalb die Sache nun erneut verhandelt wird. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, 2014 mit brachialen Drohungen die Durchsuchung seiner Person vor einem Haftbesuch seiner Mutter (80) verhindert zu haben. Laut Anklage bedrohte er den Vollzugsbeamten damals mit den Worten: „Ich baller dir eins in die Fresse.“ Der Besuch fiel aus.

Später beleidigte Zantop zwei leitende Beamte, schmierte unflätige Beschimpfungen an die Zellenwand. Dort soll er 2015 auch mit einer Teekanne Hakenkreuze eingeritzt und die Vertiefungen mit Kot ausgefüllt haben. Einem Aufseher, der ihm durch die Klappe der Zellentür Einkäufe überreichte, hat der Angeklagte laut den Vorwürfen eine Schale mit Exkrementen ins Gesicht geschleudert.

Der 58-Jährige ist einer der gefährlichsten Kriminellen in Hamburg, etwa 30 Jahre seines Lebens verbrachte er hinter Gitter. 2003 verurteilte ihn das Landgericht wegen zweifachen Mordes zu lebenslanger Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung. Nach menschlichem Ermessen wird Zantop nie wieder ein freier Mann sein.

Im längsten Prozess der Hamburger Justizgeschichte hatte sich der Berufsverbrecher ab dem Jahr 2000 wegen zweier Morde zu verantworten, die er als Auftragskiller verübt hatte. 1998 erschoss er laut Urteil auf einem Schrottplatz am Moorburger Elbdeich einen schwedischen Autohändler, angebliches Honorar: 50 000 Euro. Im Januar 1999 tötete er einen Immobilienmakler mit 32 Messerstichen in dessen Eppendorfer Wohnung und verletzte die Partnerin lebensgefährlich.

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