TAus abgewendet: Frauen-Duo an der Spitze des Kulturforums
Sybille Winter und Dr. Maren Köster-Hetzendorf sind die neue weibliche Doppelspitze des Buxtehuder Kulturforums . Foto: Weselmann
Beim Kulturforum gibt es jetzt Frauenpower an der Vereinsspitze: Nach turbulenten Monaten hat die beliebte Einrichtung wieder einen handlungsfähigen Vorstand. Was die neuen Macher am Buxtehuder Hafen vorhaben.
Seit seiner Gründung hat der Kulturforum-Verein das historische Gebäude am Hafen als Betreiber mit Leben gefüllt. Dazu bot die Buxtehuder Kultureinrichtung immer auch anderen Vereinen ein Dach. Ein Aus für den Kulturforum-Verein hätte auch in dieser Richtung weitreichende Folgen haben können.
Die zunächst missglückte Vorstandswahl rief schließlich viele mit der Einrichtung verbundene Akteure auf den Plan, um den Erhalt als Kulturstätte zu sichern. Das gilt auch für Sybille Winter, die in der außerordentlichen Mitgliederversammlung zur neuen Vizepräsidentin des Vereins gewählt wurde. Seit mehr als zehn Jahren ist die frühere Lehrerin und Schulentwicklungsberaterin ehrenamtlich in der Kommunalen Initiative Kino (KIK) aktiv. Die hat ihr Zuhause seit langem im Kulturforum. „Das ist der beste Ort, den unser Kino je hatte“, betont Sybille Winter. So ist die Buxtehuderin mit der Einrichtung vertraut, hat viel von dem laufenden Betrieb mitbekommen. „Ich wollte auf keinen Fall, dass das Kulturforum etwas Langweiliges wird, sondern ein lebendiger Ort für Kultur bleibt“, erklärt sie ihr Engagement im neuen Vorstand.
Wie Sybille Winter ist auch Bernd Utermöhlen als ehemaliger Stadtarchivar und Vorstandsmitglied im Heimat- und Geschichtsverein gut in der Buxtehuder Kulturszene vernetzt. Er hat das Amt des Programmkoordinators übernommen, der künftig als Bindeglied zwischen Vereinsvorstand und künstlerischer Leitung fungieren soll. Schriftführer ist Rechtsanwalt Andreas Wolf, der mit seiner Ehefrau im Bistroteam des Kulturforums engagiert ist. Und Klaus Horstmann bleibt als Mitgliederbetreuer weiterhin im Vorstand aktiv.
Neue Gesichter an der Vereinsspitze
Das drohende Aus hat aber auch neue Leute zur Mitarbeit bewegt, wie Dr. Hans Peter Kölzer, der jetzt Schatzmeister ist. Und mit Vereinspräsidentin Dr. Maren Köster-Hetzendorf tritt ein ganz neues Gesicht an die Vereinsspitze. Die 64-Jährige ist kein unbeschriebenes Blatt in Sachen Kulturarbeit. Die Grünendeicherin war ehrenamtlich im Kulturmanagementverein „Wisoku7“ aktiv, der bis zu seiner Auflösung zahlreiche Kulturveranstaltungen im Alten Land organisiert hat. In ihrer Zeit als Ortbürgermeisterin setzte sich die SPD-Frau außerdem für den Erhalt der „Schönen Fernsicht“ als Veranstaltungsort in Grünendeich ein. „Der historische Saal hat eine herausragende Akustik und konnte als letzter seiner Art zwischen Hamburg und Cuxhaven noch für Konzerte genutzt werden“, erzählt sie. An Bord geholt wurde sie von Klaus Noormann, Leiter des im Kulturforum beheimateten Philosophischen Cafés. „Ich finde es einfach wichtig, solche Kulturjuwelen wie das Forum zu erhalten“, so ihr Anliegen.
Die neue Präsidentin ist Kommunikationsprofi. Als Redakteurin für „Die Presse“ in Wien hat die Osteuropa-Spezialistin in den Balkankriegen der 1990er Jahre von den Fronten berichtet und später als Pressesprecherin des Deutschen Roten Kreuzes gearbeitet.
Bevor es um die Frage der künftigen künstlerischen Leitung geht, will der neue Vorstand sich einen genauen Überblick – auch im Hinblick auf die Zahlen – verschaffen. „Wir brauchen Transparenz in allem, was wir tun“, so die Präsidentin. Es gelte, das Vertrauen in der Öffentlichkeit und bei Entscheidern zu stärken.
Programm soll weiterentwickelt werden
Die Baustelle Kulturforum sei komplex, eine Neuaufstellung erfordere auch die Weiterentwicklung des Programms, mit Blick auf Gemeinnützigkeit genauso wie auf Wirtschaftlichkeit. Für die Zukunft sei es wichtig, generationenübergreifend zu denken und junge Menschen in das Kulturprogramm und die Vereinsarbeit einzubeziehen, um eine möglichst hohe Auslastung zu erreichen.
Der Vorstand will an die ursprüngliche Idee anknüpfen. „Wir wollen das Kulturforum weiterhin vielfältig halten. Essenzielle Aufgabe für eine solche Einrichtung ist es, Spielstätte und Heimat für alle zu sein, die Kultur möglich machen, und Künstlern Gelegenheit zum Auftreten zu geben“, sagt Köster-Hetzendorf. „Dabei wollen wir auf alle offen, neutral und unvoreingenommen zugehen.“ So könnten sich auch mit dem International Music Festival IMF, das Dieter Klar künftig losgelöst vom Kulturforum betreibt, durchaus Möglichkeiten der Zusammenarbeit ergeben, wenn beide Seiten sich neu aufgestellt haben.