Ausstellung mit Architekten-Zeichnungen
Auf Hockern wie diesem saßen bereits vor 150 Jahren die großen Maler des Impressionismus: Zur Eröffnung ihrer Ausstellung im Kulturforum zeigten die Architekten Claus Kurzweg und Eduard Stura ihren Hocker.
Die sehenswerte Ausstellung „Claus Kurzweg und Eduard Stura – Freihandzeichnungen zweier Architekten“ ist am Sonntag im Kulturforum eröffnet worden.
Vor mehr als einem Jahr standen plötzlich „drei alte Männer“ vor ihm im Kulturforum am Hafen. „Ich war von ihren kleinen feinen Zeichnungen in ihren Mappen sofort entzückt“, sagte Dieter Klar, „sie haben so einen Nostalgie-Blick – einfach zauberhaft.“ Und so war schnell klar: Ihre Werke werden ausgestellt. Die Aquarelle und die Zeichnungen des Architekten und Künstlers Professor Heiner Tomhave zeigte das Forum bereits im Herbst 2015. Jetzt widmet das Haus den beiden anderen Architekten und Buxtehuder Hochschullehrern, Claus Kurzweg und Eduard Stura, eine eigene Schau – mit ihren Freihandzeichnungen. „Heutige Architekten können in der Regel nicht mehr so gut Zeichnen wie die Beiden“, sagte der Präsident des Kulturforums, Dieter Klar, am Sonntagmorgen bei der Eröffnung der sehenswerten Ausstellung. Schuld sei der Computer.
Claus Kurzweg und Eduard Stura hatten ihre Utensilien mitgebracht – Fineliner, Bleistift und Zeichenhocker. „Das Design ist 150 Jahre alt.“ Beiden kennen sich seit Studententagen – aus Braunschweig. Er versuche „nach der Natur zu zeichnen, so objektiv wie möglich, aber immer mit einer persönlichen Handschrift“. Ihm komme es auf Proportionen und perspektivischen Zusammenhänge an, sagte der leitender Baudirektor a. D. aus Hamburg, Claus Kurzweg. Die Zeichnungen der Gebäude, von den Geschlechtertürmen in San Gimignano bis zum Hafenspeicher in Hamburg, wurden vor Ort gefertigt – „in einer Stunde, ergänzt durch Erläuterungen zum Baustil und zur Historie des Gebäudes“. Zeichnen, das ist für ihn die Übersetzung von drei- auf zweidimensional. Deshalb seien sie auch keine freien Künstler, sondern Architekten.
Eduard Stura, ehemaliger Professor für Architektur an der Fachhochschule Buxtehude, hat beim Zeichnen „grundsätzlich acht angespitzte Bleistifte“ dabei. „Zeichnen ist für mich ein Hand-Kopf-Dialog – und sehr erfüllend“, sagte Stura. Er liebe das Format „20 x 20“, so entfalle die quälende Frage nach Hoch- oder Querformat. Kurzum: Die Schau lohnt sich – auch wegen Sturas Buxtehude-Zeichnungen.
Die Ausstellung „Claus Kurzweg und Eduard Stura – Freihandzeichnungen zweier Architekten“ im Kulturforum am Hafen ist bis zum 31. Juli zu sehen. Geöffnet ist die Schau freitags, sonnabends und sonntags von 14 bis 18 Uhr und am Rande der anderen Veranstaltungen. Ihre Zeichnungen können käuflich erworben werden, die Einnahmen gehen an die Deutsche Stiftung Denkmalschutz.
San Gimignano – gezeichnet von Claus Kurzweg. Foto Vasel
So zeichnete Eduard Stura die St. Petri-Kirche in Buxtehude.