B-Town 21: Die Buxtehuder Rapper starten durch
B-Town 21 posiert auf der Bühne im Buxtehuder Freizeithaus: Die Fünf haben sich 2019 als Gruppe formiert und starten nun gemeinsam durch: Rico Arszelewski (hinten, von links), Jamil Botsio, Ahmed Khaledi, Janek Schinkund Asmir Kijamet mache
Sie wollten ihren ersten gemeinsamen Live-Auftritt open air hinlegen – beim großen Skate-Event „Skate into the Summer“, den die Stadtjugendpflege für Sonnabendabend auf der Skateranlage geplant hatte. Das Gewitter machte den Organisatoren einen Strich durch die Rechnung.
Statt aus den Boxen kam der Krach vom Himmel, und wegen des heftigen Gewitters und des nicht enden wollenden Regens musste die Stadtjugendpflege die Skate-Summer-Party im Freien kurzerhand absagen.
Rap gab’s dann aber trotzdem noch, denn die fünf Männer von B-Town 21 zogen kurzerhand ins Freizeithaus um und gaben am Abend ihren Fans auf der Freizeithaus-Bühne dann noch ordentlich was auf die Ohren. Von B-Town 21 werden nicht nur die Rap-Fans künftig wohl noch einiges hören, denn die Fünf starten im Moment voll durch und sind in der Szene schon kräftig auf dem Weg nach oben.
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B-Town 21 – das sind der Rapper Jamil Botsio alias „Jay Brown“, der Beatboxer Asmir Kijamet alias „Asmir Beatbox“, der Rapper Ahmed Khaledi, ihr Producer Rico Arszelewski, genannt „Big Ric“, und der 24-jährige Janek „Jansik“ Schink, der für die Gruppe alles Organisatorische managt – und das ist eine ganze Menge, wenn man, wie B-Town 21, auf allen digitalen Kanälen zugange ist. Alle sind in Buxtehude aufgewachsen, kennen sich schon lange, haben schon vor vielen Jahren mit dem Rappen angefangen und sich in diesem Jahr als B-Town 21 neu zusammengetan.
Asmir ist der Beatboxer, also so etwas wie der stimmliche Schlagzeuger der Truppe und eigentlich kein Rapper, erklärt der 28-Jährige. Beim Beatboxing werden die Klänge von Drumcomputerbeats, Schlagzeug- und Rhythmusinstrumenten mit Mund, Nase und Rachen imitiert. Der Begriff Beatboxing kommt von den vor allem in den 1980ern beliebten Drumcomputern, den beat boxes, mit denen früher viele Hip-Hop-Stücke erstellt wurden.
Mit 14 Jahren hatte Asmir im Freizeithaus mit dem Beatboxen begonnen. Danach hat er viel vor dem Spiegel geübt und sich von bekannten Hamburger Beatboxern einiges abgeschaut. Inzwischen ist er selbst ein gefragter Beatboxer, hat schon Live-Auftritte vor großem Publikum absolviert und mehr als 2000 Follower im Netz.
Auch für Jamil „Jay Browne“ läuft es richtig gut. Gemeinsam mit Asmir hat er schon einige Musikvideos gedreht. Der 26-Jährige hat mit zwölf Jahren mit dem Rappen angefangen, stellt seine Videos auf YouTube und Instagram, „und die Followerzahlen steigen“ freut sich „Jay“. Vor sechs Monaten ist Ahmed Khaledi zur Gruppe gestoßen. Die Jungs hatte er schon vorher auf Instagram kennengelernt, „ich bin aufgenommen worden wie in einer großen Familie“ erzählt der 29-Jährige, der schon früher an „Rap-Battles“ teilgenommen hat.
Als B-Town 21 – die Zahl steht für die ersten Ziffern der Buxtehuder Postleitzahl – wollen sie nun gemeinsam weiter durchstarten und schauen, wie weit sie das trägt. „Unser Plan ist, das zu machen, was wir lieben. Wir hören niemals auf, und wenn daraus mehr entsteht, ist es schön“, sagt Asmir, der mittlerweile Vater eines kleinen Sohnes ist. „Unsere Message an die Kids ist: Habt Mut und probiert euch aus, macht das, worauf ihr Lust habt.“
Das spiegelt sich auch in ihren Texten, die sie selbst schreiben und die von Alltagsfrust und Alltagslust handeln. „Wir sind selbst überrascht, wie gut wir ankommen, wir werden inzwischen schon auf der Straße erkannt und in der Bahn nach Hamburg angesprochen“, sagt Jay. Auch vom jungen Buxtehuder Publikum werden die Rapper begeistert gefeiert. Für ihre jungen Fans haben die Fünf auch eine Vorbildfunktion, weiß Vivien Rasch. Die Erzieherin ist seit 2014 bei der Stadtjugendpflege und hatte den Skate- und Rapper-Event am Sonnabend organisiert. „Wir wollen mit unseren Angeboten nicht nur die Kinder, sondern auch die Jugendlichen wieder stärker erreichen“, sagt Rasch.
Beim Überlegen, wie das funktionieren könnte, war sie auf die Rapper und den Beatboxer gestoßen. Und so werden die Männer von B-Town 21 künftig nicht nur in den sozialen Medien, sondern auch live in Buxtehude öfter zu hören und zu sehen sein.