BSV: Das müssen Fans über die Neuen wissen
BSV-Trainer Dirk Leun mit den Neuzugängen (von links): Annika Meyer, Maike Schirmer, Yara Nijboer, Isabell Kaiser und Lisa Prior. Lynn Knippenborg fehlte beim Trainingsauftakt im Juli. Foto Scholz/Jürgens (6)
In der kommenden Woche starten die Handballerinnen vom Buxtehuder SV in die neue Bundesliga-Saison. Mit dabei sind sieben neue Spielerinnen. Das TAGEBLATT hat die Neuzugänge gebeten, jeweils drei Dinge über sich preiszugeben, die jeder Fan wissen sollte.
Lynn Knippenborg (24) war in ihrer niederländischen Heimat bei Pacelli und SV Dalfsen aktiv, bevor sie zu Vipers Kristiansand nach Norwegen wechselte. Mit Dalfsen wurde die Spielmacherin viermal Meisterin und jeweils dreimal Pokal- und Supercup-Siegerin. 2012/13 wurde die Physiotherapie-Studentin beste Spielerin auf Rückraum Mitte. Mit dem Nationalteam gewann sie 2015 die Vize-Weltmeisterschaft. Bei der U18-WM 2010 gab es Bronze, bei der U19-EM 2011 Silber.
Annika Meyer (22) spielte in ihrer Heimat Dänemark bei SønderjyskE und HC Odense. Ab 2013/14 lief die Kreisläuferin für den VfL Oldenburg auf. Für die Juniorinnen-Nationalmannschaft bestritt sie 37 Länderspiele. 2012 wurde sie U18-Weltmeisterin, 2013 Dritte bei der U19-EM sowie beste Abwehrspielerin des Turniers. 2014 holte sie mit Dänemark WM-Bronze. Vor drei Jahren war sie den Entdeckung des Jahres auf der Insel Fünen.
Maike Schirmer (26) spielt auf Rechtsaußen. Vor ihrem Wechsel zum BSV war die Erzieherin beim TuS Hartenholm, SG Kisdorf/Leezen, VfL Bad Schwartau und VfL Oldenburg. Ihre größten Erfolge waren die Pokalsiege 2009 und 2013, der Supercup-Gewinn 2009 sowie die Teilnahme an der Juniorinnen-WM 2007. Maike Schirmer bestritt bislang fünf A-Länderspiele (5 Tore) für Deutschland.
Yara Nijboer (23) spielte vor ihrem Wechsel zum BSV in ihrer niederländischen Heimat bei Plus Severijn/Heeten, V&S Groningen und der Talentschmiede Sercodak Dalfsen. Mit Dalfsen wurde die Rückraumrechte viermal niederländische Meisterin sowie jeweils dreimal Pokal- und Supercupsiegerin.
Lisa Prior (25) spielt auf der Position Rückraum Mitte. Handballerisch groß wurde sie beim BSV und spielte auch beim TSV Travemünde und bei der SGH Rosengarten-Buchholz. Die Betriebswirtin stieg im Vorjahr mit der SGH in die Bundesliga auf und gewann 2009 mit der A-Jugend die NOHV-Meisterschaft.
Isabell Kaiser (24) spielte zuvor beim VfL Sittensen, TuS Jahn Hollenstedt, Buxtehuder SV und der SGH Rosengarten-Buchholz. Ihr größter Erfolg ist der Bundesliga-Aufstieg im vergangenen Jahr. Mit dem BSV wurde die Kreisläuferin 2012 Vizemeisterin. Isabell Kaiser studiert Sozialökonomie.
Michelle Goos war die Letzte ihrer Art. Nun hat auch sie die Niederlande verlassen, um im Ausland Handball zu spielen. Nach ihrem Wechsel von VOC Amsterdam zum Buxtehuder SV steht damit keine Spielerin aus dem niederländischen Olympia-Kader mehr bei einem Verein in ihrer Heimat unter Vertrag. „Zuerst wollte ich Holland nie verlassen, dann habe ich aber gesehen, warum die anderen gegangen sind“, sagt Goos. „Das Niveau ist nicht so hoch wie in Deutschland.“
Bis zuletzt hatte die 26-Jährige gehofft, einen Club im Ausland zu finden, bei dem sie sich sportlich weiterentwickeln kann. Dann stellte ihr Manager René Cloo den Kontakt zum Buxtehuder SV her: Aufgrund der Verletzung von Lena Zelmel wurde eine Spielerin für Linksaußen gesucht. Es passte für Verein und Spielerin. Am Montag bestand Michelle Goos den Medizincheck und unterzeichnete den Vertrag. Eine Woche später steigt sie ins Mannschaftstraining ein. Damit ist sie neben ihren Mitspielerinnen Lynn Knippenborg und Yara Nijboer sowie Torwarttrainerin Debbie Klijn die vierte Niederländerin beim BSV.
Dass Niederländerinnen in Buxtehude spielen und gespielt haben, sei bei dem Wechsel mitentscheidend gewesen, erzählt Michelle Goos. In Amsterdam spielte sie einst mit der früheren BSV-Kreisläuferin Marcella Deen und der aktuellen Spielmacherin Lynn Knippenborg zusammen. Debbie Klijn kennt sie als Torwarttrainerin der niederländischen Nationalmannschaft. Auch neben dem Sport kommen die beiden gut miteinander zurecht. „Ich werde auf jeden Fall nicht alleine sein und mich zu Beginn wohler fühlen“, ist sich Goos sicher.
Debbie Klijn bereitet gerade den Umzug vor, der am Wochenende über die Bühne gehen soll. Und wie ihre beiden Landsfrauen beim BSV bekommt auch Goos einen Sprachkurs. Das Telefongespräch mit dem TAGEBLATT führte sie auf Englisch. Sie sagt aber, dass sie das meiste auf Deutsch verstehen könne.
Dass Michelle Goos erst am Montag zur Mannschaft stößt, sieht sie wie Buxtehudes Trainer Dirk Leun nicht als Problem. „Ich werde schnell ins Team finden“, sagt sie. Auch die deutsche Liga ist ihr nicht unbekannt. „Das Niveau ist sehr gut, die Spielweise schnell und sehr körperbetont.“ Handball, der der flinken und bei Gegenstößen gefährlichen Außenspielerin entgegenkommt.
Entscheidend beim Wechsel war aber auch die Nähe zu ihrer Heimat. Dort betreibt Michelle Goos einen Online-Shop für teils selbst angefertigte Street Fashion, und sie testet Motorräder für ein Magazin. „Ich werde für meine Hobbys bezahlt“, sagt sie. Wie es mit ihrem Mode-Geschäft nach dem Wechsel weitergeht, steht noch nicht fest. Klar ist aber, dass sie auch hierzulande Motorräder testen kann. „Mein Chef will mich nicht gehen lassen“, sagt Michelle Goos.
Michelle Goos.
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Lynn Knippenborg.
Isabell Kaiser.
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Maike Schirmer
Yara Nijboer zog sich am Mittwoch ihren dritten Kreuzbandriss zu. Foto: Iso Jürgens