Iran-Krieg

Bab al-Mandab könnte nächster Engpass für Schiffe werden

Schiffsbetreiber betrachten auch die Meerenge Bab al-Mandab zunehmend als Gefahrenzone. (Archivbild)

Schiffsbetreiber betrachten auch die Meerenge Bab al-Mandab zunehmend als Gefahrenzone. (Archivbild) Foto: Abdulnasser Alseddik/AP/dpa

Seit Monaten ringen Händler, Reedereien und Schiffsbesatzungen mit der gefährlichen Lage in der Straße von Hormus. Vor Jemens Küste steigt langsam auch das Risiko an der Meerenge Bab al-Mandab.

Von dpa 22.07.2026, 14:00 Uhr

Sanaa. Nach der weitgehenden Blockade der Straße von Hormus könnte die Meerenge Bab al-Mandab vor der Küste Jemens zur nächsten Gefahr für die Schifffahrt werden. Das Risiko eines „doppelten Engpasses“ steige, berichtete der Datenanbieter Kpler heute mit Blick auf den Schiffsverkehr in den beiden Seewegen. Das Vertrauen für den Schiffsbetrieb dort sei „unter Druck“. An beiden Meerengen sei der Verkehr am Dienstag deutlich zurückgegangen.

Die Straße von Hormus im Osten der Arabischen Halbinsel, wo es im Iran-Krieg wiederholt zu Angriffen auf Öltanker und andere Handelsschiffe kommt, steht seit Monaten im Fokus. Im Westen der Halbinsel liegt zudem vor Jemens Küste der Bab al-Mandab („Tor der Tränen“ oder „Tor der Klagen“). Durch diese Meerenge führt der Seeweg von Asien über den Suezkanal nach Europa. Sie hat als Umgehungsroute für die Straße von Hormus etwa bei Ölexporten Saudi-Arabiens zunehmend an Bedeutung gewonnen.

Betreiber werden auch im Bab al-Mandab vorsichtiger

Am Dienstag sei der Verkehr in der Straße von Hormus um 31 Prozent gesunken im Vergleich zum Vortag, teilte Kpler mit, und am Bab al-Mandab um 34 Prozent. Im Golf von Aden, der zum Bab al-Mandab führt, seien mindestens vier Schiffe nach jüngsten Drohungen der Huthi-Miliz im Jemen umgekehrt, berichtete Kpler. Dies deute darauf hin, dass Betreiber auch hier vorsichtiger würden. 

Der Datenanbieter Windward schrieb, dass fünf Schiffe hier ihren Kurs änderten und die Meerenge als „Risikozone“ betrachtet werde. Einige Schiffe hätten ihre Fahrt trotz der jüngsten Drohungen der Huthi aber auch fortgesetzt. Wer die Meerenge umfahren will, muss einen langen und teuren Umweg über das Kap der Guten Hoffnung vor Südafrika in Kauf nehmen - laut Windward mit zusätzlichen Kosten von rund zwei Millionen US-Dollar pro Fahrt. 

Die mit dem Iran verbündete Huthi-Miliz hat eine „Blockade“ der Schifffahrt für Saudi-Arabien verkündet und nach eigener Darstellung bereits sechs Schiffe zur Umkehr gezwungen. Die Miliz hatte den Welthandel durch Angriffe im Roten Meer ab 2023 bereits massiv beeinträchtigt.

Weitere Themen

Die Redaktion empfiehlt
Weitere Artikel

Niedrigwasser für Oberweser erwartet

Harte Zeiten für Schiffe auf der Oberweser: Sie können in den kommenden Tagen voraussichtlich nicht mehr fahren. Das hat mit einer Talsperre in Hessen zu tun.