Bahn bietet Komfort-Check-in an
Hier funktioniert künftig der Komfort-Check-in der Bahn. Screenshot Bahn
Die Deutsche Bahn bietet bis Ende Juni in allen ICE den sogenannten Komfort-Check-in an. Wer sein Ticket per Smartphone kauft und dazu einen Sitzplatz reserviert, wird vom Schaffner nicht mehr kontrolliert.
„Das Angebot bietet einen echten Mehrwert“, versprach Bahn-Sprecher Egbert Meyer-Lovis gestern bei der Vorstellung am Bahnhof Hamburg-Altona.
Schon seit einigen Monaten testet die Bahn den Service auf einzelnen ICE-Strecken. Gestern freilich gab es den Vorführeffekt, als sich in dem für die Presse ausgewählten ICE 787 Hamburg – München kein Passagier das digitale Angebot gebucht hatte. Denn: Eine Pflicht zum Onlineticket besteht einstweilen nicht. Meyer-Lovis: „Der Kunde hat weiterhin die Wahl zwischen selbst einchecken und Ticketprüfung.“ Das Verkehrsunternehmen geht aber von einer erheblichen Nachfrage aus. „Das Interesse wird massiv zunehmen.“
Das Prozedere: Fahrgäste mit digitalem Ticket wählen in der DB-Navigator-App den Komfort-Check-in und reservieren ihren festen Platz. Im Zug angekommen, checkt der Fahrgast selbst per Handy ein, dem Zugbegleiter wird das elektronisch angezeigt. Eine Kontrolle ist überflüssig. Extrakosten entstehen dem Nutzer nicht.
Die Neuerung soll Fahrgästen vor allem störungsfreies Fortkommen sichern. Weder beim Schlafen noch beim Musik hören oder Telefonieren werden die Passagiere vom Kontrolleur unterbrochen. Zugleich gewinnen die Schaffner Zeit für „persönlichen Kundenservice“, so hofft die Bahn. Birgit Bohle, Vorstandsvorsitzende DB Fernverkehr: „Das entspricht voll und ganz unserem Gastgeberverständnis, und ist ein weiterer Meilenstein in Richtung digitale Bahn.“
Der Service wird in den kommenden sechs Wochen nach und nach bundesweit im gesamten ICE-Netz eingeführt. Die bisher schon freigeschalteten Zugnummern gibt’s im Internet unter dem Link www.bahn.de/komfortcheckin.
Den Selbst-Check-in gibt es bisher auf sechs Verbindungen, davon drei ab Hamburg. Im Einzelnen sind dies die Strecken Hamburg – Stuttgart, Hamburg – Basel, Hamburg – München sowie Berlin – Frankfurt/Main, Dortmund – Stuttgart und Wiesbaden – Erfurt. Während der Einführungsphase beraten zusätzliche Servicekräfte die Fahrgäste zum neuen Angebot.
Bewährt sich der digitale Service, will die Bahn diesen ab 2019 auf weitere Ticketarten ausweiten.