Bahnen im HVV immer unpünktlicher
U-Bahnen, S-Bahnen und die AKN-Linie 1 im HVV kommen immer häufiger zu spät. Nach Auskunft des Senats erreichten alle drei Verkehrsmittel im vorigen Jahr den schlechtesten Pünktlichkeitswert seit 2011.
Das geht aus der Antwort auf zwei Anfragen des CDU-Verkehrsexperten Dennis Thering hervor. Am unpünktlichsten fuhren die S-Bahnen, sie erreichten die vorgeschriebene Pünktlichkeitsquote von 94,7 Prozent mit Ach und Krach.
Laut Senat waren die Züge der Bahntochter in Hamburg und im Umland 2017 nur zu 94,72 Prozent im definierten Zeitkorridor; als pünktlich gelten U- und S-Bahnen mit Verspätungen von weniger als drei Minuten. In den ersten beiden Monaten dieses Jahres sackte die Quote sogar auf 93,75 Prozent. Sechs Jahre zuvor hatte die S-Bahn noch einen Wert von 95,41 Prozent erreicht. Gleichzeitig stieg der Zahl ausgefallener S-Bahnfahrten von 0,9 Prozent (2011) auf 1,3 Prozent 2017.
Als Gründe für die verschlechterte Pünktlichkeit nennt die S-Bahn Hamburg in erster Linie Betriebsunterbrechungen durch Wettereinflüsse und Polizeieinsätze auf freier Strecke, aber auch Ausfälle infolge technischer Störungen. Besser rollt der U-Bahnverkehr, aber auch dort zeigt der Trend merklich nach unten. Bewegten sich 2011 noch 98,56 Prozent der Züge im Drei-Minuten-Korridor, waren es 2017 nur 97,26 Prozent. Ursache dürfte vor allem die immer stärkere Auslastung des Hamburger ÖPNV-Gesamtsystems sein.
Im selben Zeitraum hat die AKN-Hauptlinie A1 zwischen Kaltenkirchen und Hamburg-Eidelstedt ihre früher fast völlig weiße Weste eingebüßt. Fuhren 2011 noch 99,4 Prozent der Vorortzüge pünktlich (mit fünf Minuten Toleranz), sackte der Wert 2017 auf 97,7, im Januar und Februar 2018 sogar auf 97,18 Umso erstaunlicher sind die gerade veröffentlichten Ergebnisse der HVV-Kundenbefragung für 2017. Auf einer fünfstufigen Bewertungsskala vergaben die Nutzer für die Pünktlichkeit die beachtliche Durchschnittsnote von 1,73, nach 1,82 im Jahr zuvor.
Diese Kategorie schneidet damit deutlich besser ab als der HVV im Ganzen (2,09). Bei besonders krasser Unpünktlichkeit können Kunden im Rahmen der HVV-Garantie Regress geltend machen. Verspäten sich Bahnen und Busse um 20 Minuten und mehr, zahlt der Verkehrsverbund die Hälfte des Fahrpreises zurück. 2016 gab es gut 70.000 Anträge auf Erstattung – angesichts knapp 780 Millionen Fahrgästen eine mikroskopisch kleine Minderheit.