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Bakery Jatta: Übers Mittelmeer in die Bundesliga zum HSV

Der 18-Jährige Bakery Jatta war aus seinem Heimatland Gambia geflüchtet. Foto Axel Heimken/dpa

Der 18-Jährige Bakery Jatta war aus seinem Heimatland Gambia geflüchtet. Foto Axel Heimken/dpa

Durch die Wüste und übers Mittelmeer geflohen, nur mit einem Rucksack in Deutschland angekommen, nie in einem Verein Fußball gespielt und jetzt Bundesligaspieler: Bakery Jattas Geschichte ist ein kleines Fußball-Märchen, das am Ostersonntag im Nordderby wahr wurde.

Von Wolfgang Stephan Freitag, 21.04.2017, 15:36 Uhr

Ob er tatsächlich 18 Jahre alt ist, ist nicht gesichert, aber so steht es im Spielerpass des aus Gambia geflüchteten Jungen, der über seine Vergangenheit nie reden mochte. In Bremer Weserstadion redete der Debütant am Sonntagabend in gutem Deutsch nach dem vorläufigen Höhepunkt seiner noch jungen Fußball-Karriere über seine Gefühle. „Mein Traum ist wahr geworden. Schade, dass wir verloren haben.“

Fast wäre seine Bundesligapremiere zu einem richtigen Ostermärchen geworden, denn mit seinem dritten Ballkontakt bugsierte er im Nordderby das Spielgerät kurz vor Schluss ins Tor. Eine unfassbare Story – wäre es gewesen, aber die Regel 11 des Weltfußballs stand dieser Geschichte im Weg: Beim Abspiel stand Spielkamerad Lasogga im Abseits, der Treffer zum möglichen 2:2 zählte nicht. „Ich hoffe, nächstes Mal habe ich mehr Glück“, meinte Bakery Jatta nach dem Spiel.

Zwei Jahre nach seiner Flucht und gut einem Jahr nach seinem ersten Probetraining bekam der Gambier als einziger Spieler das Lob vom Trainer: „Er hat viel Schwung gebracht und war einer der positiven Aspekte. Ich hätte ihm gewünscht, dass sein Tor zählt“, sagte Markus Gisdol, der auch sagte: „Ich fand es bemerkenswert, wie Jatta aufgetreten ist.“

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