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Bald Carsharing mit E-Autos Nordkehdingen?

E-Mobilität. Symbolbild: Christophe Gateau/dpa

E-Mobilität. Symbolbild: Christophe Gateau/dpa

E-Mobilität ist nicht nur in den Autokonzernen und in der großen Politik ein zunehmend wichtiges Thema, sondern auch in Kommunen. So beschäftigen sich zurzeit die Nordkehdinger Samtgemeindepolitiker mit Ladestationen und Carsharing mit E-Autos.

Von Peter von Allwörden Mittwoch, 11.09.2019, 07:30 Uhr

Frank Fasold, selbstständiger Berater in Sachen Energie und E-Mobilität, führte jetzt den Ausschuss für Bau, Wege, Planung, Umwelt und Wirtschaft der Samtgemeinde in das Thema ein. Er hat den Auftrag, ein Konzept für die Installation von Ladesäulen für die Samtgemeinde zu entwickeln. Zunächst aber erklärte er die vorhandenen Ladesysteme, deren Kosten und Sinnhaftigkeit für ländliche Flächengemeinden.

Dass Schnellladestationen, die 30.000 Euro und mehr kosten, kaum infrage kommen, wurde schnell deutlich. Einfache öffentliche Ladestationen, die mit einer Kapazität von 22 Kilowattstunden (kWh) für eine Zwischenladung ausreichten, so der Energieexperte, sind mit Infrastruktur und Nebenkosten schon für 5000 bis 10.000 Euro zu haben.

Dabei gebe es sehr unterschiedliche Modelle. Die regionalen Versorger wie die EWE gehen schon mal in Vorleistung und stellen Ladesäulen auf – auch, um sich Standorte zu sichern. Gerne erwarten sie dann aber Zuschüsse von der Kommune für die Investitionen. In Drochtersen etwa ist das so gewesen. Die Samtgemeinde könne aber auch selbst investieren und vielleicht sogar ein eigenes E-Auto anschaffen, so Fasolds Anregung. Schließlich habe eine Kommune auch gewisse Vorbildfunktion für die Bürger.

Über konkrete Vorschläge wollen die Fachpolitiker in der Oktobersitzung noch einmal beraten. Dann will Fasold ein Konzept mit Kosten und Umsetzungsmöglichkeiten sowie Standorten für eine oder mehrere Ladesäulen vorstellen. So viel wurde schon deutlich: Die Politiker wollen sich auf keinen Fall dem Thema E-Mobilität verschließen, sondern sehen die Standortvorteile für die Einwohner und für Touristen.

Dass das Thema Elektroautos immer wichtiger wird, belegte Fasold mit dem allgemeinen Trend der Hersteller, immer mehr Elektromodelle ins Programm zu nehmen. Bisher ist der Anteil an E-Mobilen mit 0,2 Prozent der Fahrzeuge (rein elektrisch) in ganz Deutschland und 0,7 Prozent Hybridautos, die 40, 50 Kilometer elektrisch und dann mit dem herkömmlichen Verbrennungsmotor fahren, noch sehr gering, aber der prognostizierte Zuwachs in den kommenden Jahren ist beträchtlich.

Weniger begeistert waren die Ausschusspolitiker vom Carsharing-Modell, das von einem Verein im Alten Land und in Horneburg betrieben wird. Die Vereinsmitglieder unterhalten gemeinsam ein Elektroauto, das man stunden- oder auch tageweise gegen eine Gebühr mieten kann. Zudem ist ein relativ geringer Vereinsbeitrag fällig. Diese sogenannten Dorfstromer stecken noch in den Kinderschuhen. Von vier angepeilten Standorten mit je einem E-Auto ist erst einer realisiert.

In so einer weitflächigen Samtgemeinde wie Nordkehdingen sei das kaum realisierbar, so der allgemeine Tenor im Ausschuss. Ob der Verein im kommenden Jahr einmal seine Ideen im Ausschuss vortragen solle, ließ das Gremium offen. Zunächst einmal soll das Thema Ladestation konkret angegangen werden.

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