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Baljer Kirchplatz wird zum Treffpunkt umgestaltet

In grauer Tristesse liegt der Kirchplatz in Balje. Sein Potenzial sieht Bürgermeister Hermann Bösch schon lange, der Platz könnte zum Mittelpunkt des Dorfes herausgeputzt werden. Am Dienstagabend wurden erste Pläne vorgestellt.

Von Susanne Helfferich Donnerstag, 11.05.2017, 17:43 Uhr

Seit 2011 macht Hermann Bösch die Umgestaltung immer wieder zum Thema. Zur optischen Herausforderung kommt bauliche Notwendigkeit: Die Entwässerung ist marode und die Siele sind versackt. Lange Zeit sah es so aus, als könnten keine Fördergelder für das ehrgeizige Projekt akquiriert werden. Jetzt ist es für das Leaderprogramm Kehdingen-Oste angemeldet.

Wie Samtgemeindebürgermeister Edgar Goedecke berichtete, ist für die Aufnahme ins Leaderprogramm ausschlaggebend, welcher Schwerpunkt gesetzt wird. Eine schlichte Parkplatzsanierung werde nicht geförderet, aber die Gestaltung eines Platzes, an dem Bürger zusammenkommen. Da sei der Baljer Kirchplatz geeignet: „Er ist ein historischer Dorfplatz, die Keimzelle der Ortschaft“, so Goedecke. Wenn dann bei der Umgestaltung weitere Punkte bedient würden, stiegen die Chancen, aufgenommen zu werden. Pluspunkte seien über Barrierefreiheit, Innovation und E-Mobilität zu erreichen.

Aber auch sonst sei vieles bei der Neugestaltung des Platzes zu berücksichtigen: Die Feuerwehr ist direkter Anlieger und muss schnell vom Platz fahren können. Kirchgänger und Friedhofsbesucher benötigen Parkmöglichkeiten. Der Landwirt, der gegenüber hinter dem Deich seinen Betrieb hat, nutzt den Platz zum Wenden, weil er mit seinen Maschinen anders nicht aus der Deichlücke kommt.

Nach dem Plan, den Sigrid Schulz und Rolf Rudorffer vom Ingenieurbüro Galla nun vorlegten, soll der Platz als Fläche erhalten bleiben, aber durch unterschiedliche Farben im Betonpflaster optisch gestaltet werden – der Platz an sich in Grau, die Parkplätze in Rot und der Gehweg in Sandfarben. Im Zentrum des Platzes sollen 14 Parkplätze angelegt werden – davon zwei Behindertenparkplätze – mit einer kleinen Bauminsel und Stromanschluss für die Festivitäten in der Mitte. Nach dem ersten Entwurf sind insgesamt 19 Parkplätze vorgesehen; zwei längs zur Straße an einer Elektro-Ladestation.

Rund um den Platz soll künftig ein Gehweg führen mit taktilen Elementen für Sehbehinderte an den Straßeneinmündungen und im Eingangsbereich der Kirche. Fahrradbügel sind an drei Stellen geplant, eine Sitzgruppe mit Mülleimer für Radtouristen rechts neben der Kirche; außerdem ein Getränkeautomat. Und verschiedene Hinweisschilder sind vorgesehen.

Von den anwesenden Einwohnern gab es gleich mehrere Anregungen: So sollten die Parkplätze in der Mitte lieber schräg angelegt werden, um leichter ein- und ausparken zu können. Auch wurde darum gebeten statt der 2,65 Meter sie 2,90 Meter breit zu bauen. Zweifel wurden von den Anwohnern geäußert, ob ausreichend Parkplätze vorgesehen sind. Bei der Gestaltung solle darauf geachtet werden, dass der freie Blick auf die Kirche gewahrt würde. Und auf keinen Fall solle der Getränkeautomat beim Gotteshaus stehen. Gunda Remien, ehemalige Schulleiterin, regte an, auch Kindern etwas zu bieten. Auch wurde vorgeschlagen, zusätzlich Bäume rund um den Platz zu pflanzen.

Die Änderungsvorschläge sollen nun in den Plan eingearbeitet und dann dem Gemeinderat vorgelegt werden. Auch die Kosten müssen noch ermittelt werden. Falls der Kirchplatz in Leaderprogramm aufgenommen wird, könne die Gemeinde mit einer 60-prozentigen Förderung rechnen, so Bauamtsleiter Hülsen. Ende Mai tagt die Lokale Aktionsgemeinschaft (LAG) der Leaderregion Kehdingen-Oste. Falls sie sich für das Projekt ausspricht, muss das Amt für regionale Landentwicklung das endgültige Okay geben.

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