Bastian Schweinsteiger im Interview
Der Einsatz gegen die Slowakei war das 118. Länderspiel von Bastian Schweinsteiger, der bisher bei der EM aber nur 36 Minuten spielen durfte. Immerhin erzielte er gegen die Ukraine ein Tor, gegen die Slowaken war er 14 Minuten auf dem Platz. Aber der noch verhinderte Kapitän fühlt sich fit für mehr.
Wie ordnen Sie dieses 3:0 ein?
Schweinsteiger: Vom Ergebnis her ist das mit Sicherheit ein gutes Spiel gewesen. Es war nicht immer einfach, aber wir haben das sehr gut gemacht und waren klar die bestimmende Mannschaft und haben verdient mit 3:0 gewonnen.
Waren die Dribblings von Julian Draxler der Schlüssel zum Erfolg?
Unsere Offensivspieler müssen das machen. Für mich persönlich ist das nichts spezielles, das erwarten wir von Offensivspielern. Bei den Bayern oder United müssen die Offensivspieler Eins-zu-Eins gehen. Mich freut das für den Jule, dass er so ein gutes Spiel gemacht hat.
Wie zufrieden sind Sie mit Ihrem 20-Minuten-Einsatz?
Ich hätte ich auch schon vorher länger spielen können, aber das ist alles eine Entscheidung des Trainers, ich fühle mich gut, gesund auch fit. Natürlich habe ich noch keine 70 oder 90 Minuten in meinen Knochen, was vielleicht ein kleiner Nachteil ist. Aber ich muss ja auch wissen, dass ich mich vor drei Monaten schwer verletzt habe. Jetzt bin ich hier, bin dabei, habe meine Einsatzzeiten und schon ein Tor gemacht. Von daher ist alles in Ordnung.
Sie kennen die Situation gut, wie schwierig ist das, sich in so ein Turnier rein zu fuchsen?
Schweinsteiger: Natürlich ist das nicht immer einfach, die Erwartungshaltung ist immer hoch. Wir spielen jetzt gegen Spanien, endlich mal ein Gegner…
…sicher gegen Spanien?
Schweinsteiger:…Spanien oder Italien. Entschuldigung. Endlich mal ein großer Gegner. Wir müssen uns jetzt erst einmal beweisen. Dann hoffe ich, dass wir ein gutes Ende haben.
Wenn Sie die Mannschaft mit dem Team aus der WM vergleichen, sind Sie von der Form her weiter?
Schweinsteiger: Weiter würde ich nicht sagen. Wir hatten bei der WM schwierigere Gegner und schwierigere Spiele. Von daher wurden wir dort mehr gefordert. Unsere bisherigen Gegner waren – bei allem Respekt – nicht die Top-Adressen, von den Polen mal abgesehen, die haben auch eine gute Mannschaft. Aber auch solche Spiele muss man spielen. Ich glaube, dass wir gut sind, aber um sehr gut zu sein, müssen wir erst eine Top-Mannschaft schlagen.
Bei Ihren Spezi Thomas Müller scheint nicht alles in Ordnung zu sein?
Schweinsteiger: Es ist symptomatisch, wie auch bei seinem Golfspiel, da fehlt auch der eine oder andere Schlag. Ich habe aber Hoffnung, dass sein Golfspiel und auch das Fußballspiel für ihn besser werden, dass er den Schalter umlegen kann.