Bauprojekte: Politik gibt grünes Licht
Der Rat der Gemeinde Fredenbeck hat im Rahmen seiner jüngsten Sitzung für das Vorantreiben von zwei Bebauungsplanverfahren votiert. Dabei geht es um die Bebauung des Börnehofes und die Erweiterung einer Reithalle zu einer Therapieanlage.
Ein Investor möchte, auf der ein halbes Hektar großen Fläche des Börnehofes, Wohngebäude errichten. Das Areal liegt südlich der Hauptstraße, im Westen grenzt es an das Landschaftsschutzgebiet und im Osten an die Straße An der Börne. Als Vorhaben der Innenentwicklung läuft seit zwei Jahren ein beschleunigtes Verfahren zur Aufstellung eines Bebauungsplanes – ohne Umweltprüfung. Dort könnten laut den vorliegenden Planentwürfen drei Gebäude „mit mehr als zwei Wohnungen“ entstehen, im hinteren Bereich wären zwei Einfamilienhäuser möglich. Oder aber der Investor realisiert Doppelhäuser an der Hauptstraße und Einfamilienhäuser im rückwärtigen Teil.
Am Kutenholzer Weg hat Geschäftsmann Mahmut Ciftci ohne Baugenehmigung mit der Erweiterung seiner Reitanlage begonnen. Er hat das Grundstück, auf dem ein Winkelbungalow aus den 1970er Jahren und Ställe stehen, gekauft. Der Reiterhof soll um Therapieangebote für Menschen und Tiere erweitert werden. Dazu müssen weitere Gebäude hochgezogen werden. Eine Bewegungshalle, eine Futterhalle und eine Mistplatte sollen entstehen. Der Reitplatz und der Paddock sollen verlegt werden. Kleine Ferienhäuser als Unterkünfte für Therapiegäste gehören zum Ensemble, ebenso Wohnungen für Betriebsangehörige. Das Problem: Die Fundamente für die Bewegungshalle sind schon gegossen, die weiteren Bauteile gekauft. Der Baustart war illegal. Mit dem Bebauungsplanverfahren soll der Schwarzbau nun legalisiert werden. Ciftci habe es nicht besser gewusst, sagte sein Architekt Manfred von Bargen.
Das Verfahren sei „misslich“, gestand Gemeindedirektor Ralf Handelsmann auf Nachfrage ein. Niemand habe vor Baubeginn nachgefragt, ob sich die Pläne ohne Weiteres umsetzen lassen. Erst bei der Bauvoranfrage sei dem Bauherren die Rechtslage offenbar geworden. „Da war es schon zu spät“, sagte Handelsmann. Hinter den Kulissen habe das zwar für Ärger gesorgt. Doch Politik und Verwaltung stünden hinter dem Ziel, Therapieangebote zu schaffen. Das machten auch die Vertreter der Fraktionen deutlich. Für die Bauaufsicht sei ohnehin nicht die Gemeinde zuständig. Das sei Sache der Kreisverwaltung. Das Areal liege in einem Sondergebiet für Reitsport. Die beauftragten Planer müssten nun liefern, um das Verfahren weiterführen zu können. Nächster Schritt seien eine Naturschutzprüfung und die Einbindung der Träger öffentlicher Belange.