AbonnierenAbo
Zähl Pixel
Essen

Befreier von Häftling könnten eigene Schlüssel gehabt haben

Das Eingangsportal des nordrhein-westfälischen Justizministeriums in Düsseldorf. (Archivbild)

Das Eingangsportal des nordrhein-westfälischen Justizministeriums in Düsseldorf. (Archivbild) Foto: Marius Becker/dpa

Bei der Befreiung eines Gefangenen aus einem Ärztehaus in Essen trugen die JVA-Bediensteten ihre Schlüssel für die Fesseln bei sich. Was die Ermittler daraus schließen.

Von dpa 16.10.2026, 11:05 Uhr
3 Monate Premium-Zugriff auf tageblatt.de für nur 0,99 €! Jetzt sichern!

Düsseldorf/Essen. Bei der gewaltsamen Befreiung eines Häftlings in einem Ärztehaus in Essen haben die Täter möglicherweise eigene Schlüssel für die Fesseln mitgebracht. Die beiden Bediensteten der Justizvollzugsanstalt (JVA) Essen hätten bei dem begleiteten Arztbesuch ihre Schlüssel für Hand- und Fußfesseln bei sich getragen, sagte ein Vertreter des NRW-Justizministeriums bei einer Sondersitzung in Düsseldorf. Sie hätten „alles dabei“ gehabt, die Schlüssel seien „noch am Mann“ gewesen. „Es müssen eigene Schlüssel mitgebracht worden sein“, sagte der Ministeriumsvertreter.

Die Waffen der Justizbeamten gelangten zudem nicht auf Dauer in den Besitz der Befreier. Von den Bediensteten sei keine Waffe abhandengekommen, hieß es bei der Sondersitzung des Rechtsausschusses. Die eine Waffe sei bei der Polizei und die andere sei im Holster gewesen. 

Die Täter haben die beiden Mitarbeiter nach derzeitigem Stand der Ermittlungen am Mittwoch im Hausflur des Ärztehauses überfallen, überwältigt und gefesselt. Die Bediensteten hatten den Untersuchungsgefangenen zu einem Termin in einer radiologischen Praxis begleitet, wo laut Justizministerium eine MRT-Untersuchung durchgeführt werden sollte. Nach Angaben des Justizministers blieben beide körperlich unverletzt.

Nach Angaben des Ministeriums hatte der Untersuchungshäftling erst am Abend zuvor von dem konkreten Arzttermin erfahren. Wie die Befreier Kenntnis davon bekommen konnten, sei Teil der Ermittlungen.

Die Redaktion empfiehlt
Weitere Artikel

Gasaustritt an Schule - Fünf Kinder verletzt

An einer Grundschule in Schwelm im südlichen Ruhrgebiet läuft ein großer Feuerwehreinsatz. Laut Polizei ist Gas ausgetreten. Zwei Lehrkräfte und fünf Kinder kommen ins Krankenhaus.

Schülerproteste auch in Italien

Wie in Frankreich gehen nun auch im Nachbarland Schüler auf die Straßen - allerdings deutlich weniger. Der Protest richtet sich auch gegen die rechte Regierung von Ministerpräsidentin Meloni.

Flugverkehr über Italien gestört

Im italienischen Luftraum gibt es Probleme mit dem Datennetz. Die nationale Flugsicherung reduziert deshalb die Aktivitäten. Einen Hacker-Angriff oder Sabotage schließt sie aus.