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Bethel plant Wohngruppe in Agathenburg

Im Frühjahr wird aus dem Wohnhaus eine Jugendeinrichtung. Foto Beneke

Im Frühjahr wird aus dem Wohnhaus eine Jugendeinrichtung. Foto Beneke

Im Frühjahr möchte das Sozialunternehmen Bethel im Norden die Wohngruppe für Jugendliche in einem Haus in Agathenburg in Betrieb nehmen. Bis zu acht psychisch Kranke sollen hier betreut werden. Regionalleiter Andreas Hohnhorst stellte das Konzept während der Ratssitzung vor.

Von Daniel Beneke Donnerstag, 12.01.2017, 18:38 Uhr

Mädchen und Jungen im Alter von 12 bis 18 Jahren, die laut Hohnhorst „aufgrund ihrer Persönlichkeitsentwicklung und psychiatrischer Störungsbilder einen sicheren und strukturierten Rahmen benötigen“, werden in der Einrichtung untergebracht. Gemeint sind Betroffene, die an Ängsten, Phobien, Depressionen, Isolation, emotionalen Störungen oder Entwicklungsverzögerungen leiden. Nicht geeignet sei die sozialtherapeutische Wohngruppe für Suchtkranke, Gewalttäter oder Straffällige, sagt Hohnhorst. Das Jugendamt des Landkreises als zuständige Behörde weist Bethel im Norden die Bewohner zu.

Die Einrichtung wird an sieben Tagen in der Woche rund um die Uhr besetzt sein. Die Psychiatrie am Elbe Klinikum in Stade und an der Asklepios Klinik in Harburg sollen die medizinische Unterstützung leisten. Inzwischen sind die Bewerbungsverfahren abgeschlossen, das Personal steht in den Startlöchern. Fachärzte, Therapeuten, Sozialarbeiter, Pädagogen, Erzieher und Hauswirtschafter sollen den Jugendlichen eine Tagesstruktur vermitteln. Nach Möglichkeit besuchen sie vormittags eine allgemeinbildende Schule und werden nachmittags in Agathenburg betreut. Ausdrücklich gewünscht sei eine Eingliederung in die örtlichen Vereine, sagt Hohnhorst: „Wir stehen für eine therapeutische Wirksamkeit und wollen sie in die Gesellschaft integrieren.“

Kooperationen mit regionalen Betrieben, etwa bei Praktika, seien in Vorbereitung. Die Bewohner können, je nach Bedarf, einige Monate oder Jahre in der Gruppe bleiben, erklärt der Regionalleiter. Niemand werde dort gegen seinen Willen untergebracht. Die Familien sollen in die Therapie eingebunden werden. An den Wochenenden haben die Eltern die Möglichkeit, ihre Kinder zu besuchen und Zeit mit ihnen zu verbringen.

Investor Sascha Krause, Inhaber einer Schwimmbadtechnik-Firma in Hammah, plant, das Wohnhaus „Hanfberg 23“ in den kommenden Wochen umzubauen: „Wir haben den Bauantrag gestellt.“ Notausstiege, ein Kellereingang und ein Rauchabzug fürs Treppenhaus werden nachgerüstet. Das Grundstück am Rand des Dorfes bekommt einen Zaun mit Sichtschutz. Im Dachgeschoss sollen die Zimmer für die Jugendlichen, ein Aufenthaltsraum mit Kamin sowie zwei Badezimmer eingerichtet werden. Eine Küche mit Wohnbereich, ein Schlafplatz mit WC und ein Besprechungsbereich sind für das Erdgeschoss vorgesehen. Im Keller wird der Freizeitbereich angesiedelt. Neben den nur für das Personal zugänglichen Elektro- und Heizungsanlagen werden hier ein Hauswirtschaftsraum, Sport- und Spielgelegenheiten und ein Badezimmer angesiedelt.

Eine vergleichbare Einrichtung gebe es im Umkreis von 200 Kilometern nicht, so Hohnhorst. Im Landkreis führt das Unternehmen unter anderem das Schloss Holenwisch in Wischhafen und das Steinmetzhaus in Himmelpforten, wo psychisch kranke Erwachsene untergebracht sind.

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