TBlutarmer Vertreter seines Genres
Zum Artikel „Merz erhält Dämpfer“ (TAGEBLATT vom 1. Februar) schreibt Peter Speich aus Stade:
Friedrich Merz will mit allen Mitteln Kanzler werden. Wurde er doch schon zu lange, speziell von Angela Merkel, bewusst (warum wohl?) ignoriert. Doch sollten wir alle die vergangenen Tage mit ihren Ereignissen nutzen, um einmal ernsthaft darüber nachzudenken, ob er nun auch wirklich der Heilsbringer oder nur einer der vielen Propheten der Christlich-Demokratischen Riege ist. Ich bin definitiv kein Anhänger der CDU/CSU und werde wohl auch in Zukunft diesbezüglich meinen „Stallgeruch“ nicht mehr los. Dennoch ist für mich Markus Söder der mit Abstand bessere Unionspolitiker. Er ist rhetorisch stark, spricht auch unbequeme Themen deutlich an, volksnah und, nicht unwichtig, man kann seine Begeisterung für sich selbst und seine Arbeit spüren. Im Gegensatz zu Friedrich Merz, der eher hohl und blass, irgendwie im Innersten ohne überzeugende Kraft wirkt, weil er wahrscheinlich nicht einmal selbst von den immer wieder verwendeten Worthülsen seiner Aussagen überzeugt ist. Ein eher blutarmer Vertreter seines Genres, der uns definitiv die so wichtigen Änderungen und Entscheidungen, inklusive aller unausweichbaren harten Konsequenzen, unser aller zukünftigen Wohlstand betreffend, nicht nahebringt. Angst davor hat, die wirkliche Situation klar und unverwässert zu artikulieren. Für mich ist dieser Friedrich Merz, was unserer aller Zukunft betrifft, eher ein Schadensbringer unserer Gesellschaft. Er wird definitiv nicht imstande sein, die bestehende Pomadigkeit unserer schwerfälligen, mit nutzlosen Stellen überfrachteten Regierung mit all ihren Amigos und Lobbyisten aufzubrechen wenn - ja, wenn er dieses überhaupt anstrebt, ist er doch ein Teil ihrer selbst. Wir haben es in der Hand.