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Leserbriefe

TBlutarmer Vertreter seines Genres

Zum Artikel „Merz erhält Dämpfer“ (TAGEBLATT vom 1. Februar) schreibt Peter Speich aus Stade:

Mittwoch, 05.02.2025, 10:49 Uhr

Friedrich Merz will mit allen Mitteln Kanzler werden. Wurde er doch schon zu lange, speziell von Angela Merkel, bewusst (warum wohl?) ignoriert. Doch sollten wir alle die vergangenen Tage mit ihren Ereignissen nutzen, um einmal ernsthaft darüber nachzudenken, ob er nun auch wirklich der Heilsbringer oder nur einer der vielen Propheten der Christlich-Demokratischen Riege ist. Ich bin definitiv kein Anhänger der CDU/CSU und werde wohl auch in Zukunft diesbezüglich meinen „Stallgeruch“ nicht mehr los. Dennoch ist für mich Markus Söder der mit Abstand bessere Unionspolitiker. Er ist rhetorisch stark, spricht auch unbequeme Themen deutlich an, volksnah und, nicht unwichtig, man kann seine Begeisterung für sich selbst und seine Arbeit spüren. Im Gegensatz zu Friedrich Merz, der eher hohl und blass, irgendwie im Innersten ohne überzeugende Kraft wirkt, weil er wahrscheinlich nicht einmal selbst von den immer wieder verwendeten Worthülsen seiner Aussagen überzeugt ist. Ein eher blutarmer Vertreter seines Genres, der uns definitiv die so wichtigen Änderungen und Entscheidungen, inklusive aller unausweichbaren harten Konsequenzen, unser aller zukünftigen Wohlstand betreffend, nicht nahebringt. Angst davor hat, die wirkliche Situation klar und unverwässert zu artikulieren. Für mich ist dieser Friedrich Merz, was unserer aller Zukunft betrifft, eher ein Schadensbringer unserer Gesellschaft. Er wird definitiv nicht imstande sein, die bestehende Pomadigkeit unserer schwerfälligen, mit nutzlosen Stellen überfrachteten Regierung mit all ihren Amigos und Lobbyisten aufzubrechen wenn - ja, wenn er dieses überhaupt anstrebt, ist er doch ein Teil ihrer selbst. Wir haben es in der Hand.

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Wolfgang Ciminski
06.02.202508:41 Uhr

Interessanter Leserbrief - ich habe ihn zweimal gelesen: Alles, was darin über Friedrich Merz so geschrieben wurde, hat Olaf Scholz doch in den letzten 3 Jahren zur Perfektion dem entsetzen Bürger vorgeführt:

"... hohl und blass, irgendwie im Innersten ohne überzeugende Kraft wirkt, weil er wahrscheinlich nicht einmal selbst von den immer wieder verwendeten Worthülsen seiner Aussagen überzeugt ist. Ein eher blutarmer Vertreter seines Genres, der uns definitiv die so wichtigen Änderungen und Entscheidungen, inklusive aller unausweichbarer harten Konsequenzen, unser aller zukünftigen Wohlstand betreffend, nicht nahebringt". etc. etc.
Olaf Scholz in Perfektion.

B
Burchard Neumaier
05.02.202511:38 Uhr

Kürzlich schrieb der Journalist Ludger Blanke: "Ich bin Friedrich Merz in seiner Zeit als CDU-Fraktionsvorsitzender häufig begegnet und empfand ihn dann immer als einen nicht mal besonders geschickten Selbstdarsteller, der sich in einer Art Herrenreiterpose gefiel, fast als das Gegenteil eines politischen Menschen, begabt allenfalls mit einer relativ schlichten Partikularintelligenz. Die in dieser Partei und unter Helmut Kohl offenbar ausreichte, ihn in diese Postion zu bringen und eine Zeit lang zu halten. ... Bei Interviews lieferte er uns immer exakt, was wir benötigten, ein paar zitierbare 'starke' Plattitüden, mehr war aus ihm beim besten Willen nicht herauszuholen.
Seine soziale Inkompetenz stach dabei ins Auge."

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