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Boomgarden in Helmste soll wachsen

Vor dem „Tag der offenen Tür“ in Helmste: Eckart Brandt und Judith Bernhard ernten die Apfelsorte Alkmene im Boomgarden . Foto Vasel

Vor dem „Tag der offenen Tür“ in Helmste: Eckart Brandt und Judith Bernhard ernten die Apfelsorte Alkmene im Boomgarden . Foto Vasel

Bio-Obstbauer Eckart Brandt lädt für Sonntag zum „Tag der offenen Tür“ in den Boomgarden in Helmste ein. 2012 hatte Brandt seine Arche Noah auf die Geest verpflanzt. Die Obstsorten haben sich prächtig entwickelt, nur das Betriebsleiterhaus mit Hofladen und -café fehlt noch.

Von Björn Vasel Mittwoch, 12.09.2018, 15:42 Uhr

Seit eineinhalb Jahren warten Brandt und seine Frau Judith Bernhard bereits auf die Baugenehmigung, um in Helmste mehr Wissen über alte Sorten vermitteln zu können. Ursprünglich wollten die zwei längst im Boomgarden-Park am Bargster Karkweg wohnen. Noch müssen sie zur Bewirtschaftung des 3,8 Hektar großen Sortenerhaltungsgartens zwischen Großenwörden und Helmste pendeln.

Eigentlich hatte Streuobstwiesen-Pädagogin Judith Bernhard sich vorgenommen, mehr Führungen anzubieten sowie intensiver mit Kindergärten und Schulen zusammenarbeiten. Alte Hühnerrassen und Gemüsesorten sollten das bundesweit beachtete Projekt ergänzen. Doch dafür müssten Bernhard und Brandt an der Stader Straße (L 124) endlich ihr Achteckhaus aus Holz, Lehm und Grassoden bauen dürfen. Sie hoffen, dass es bald klappt, denn auch das Land soll an die Stiftung übertragen werden.

In dem Sortenerhaltungsgarten wird bereits geerntet, am Mittwoch war Alkmene an der Reihe, eine Kreuzung aus Cox Orange und Geheimrat Dr. Oldenburg von 1930. Die Früchte sind von makelloser Schönheit, dank der Trockenheit gab‘s kein Schorfwetter. 350 verschiedene alte Apfel-, Kirsch- oder Birnensorten („robust und geschmackvoll“) auf Hoch- und Halbstämmen hat der Pomologe bereits in Helmste gepflanzt. Zitronenapfel, Celler Dickstiel, Ananasrenette, Juwel aus Kirchwerder und Gelber Richard stehen ganz in der Nähe.

Beim „Tag der offenen Tür“ (Eintritt frei) werden die Besucher am Sonntag, 16. September, von 10 bis 17 Uhr die Vielfalt kennenlernen können – etwa bei einer Sortenverkostung. Die Besucher werden einiges über die Geschichte der alten Sorten und ihre Eignung als Tafel-, Ess-, Konditor-, Mus- und Mostäpfel und die Biodiversität im Bio-Obsthof erfahren. Auch Führungen gibt es wieder. Sie beginnen um 11 Uhr, 13.30 Uhr und um 15.30 Uhr (7 Euro). Seit 1985 hat der Apfelkundler unzählige Apfelsorten wiederentdeckt, wie den 1570 erstmals erwähnten rotbräunlichen Brasilienapfel. Dem Paar geht es nicht nur um den Erhalt der alten, regionaltypischen Sorten als Teil des kulturhistorischen Erbes, sondern auch um die Sicherung der genetischen Vielfalt. Kontakte zu Pomologen in Kasachstan knüpfte Bernhard jüngst, in der Heimat des Apfels gibt es große Ur-Apfelwälder.

www.boomgarden.de

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