Bund beschließt strenge Regeln für Cyberschutz in Behörden
Die Bundesregierung hat ein umfassendes Programm zur Steigerung der Cybersicherheit beschlossen. (Symbolbild) Foto: Lino Mirgeler/dpa
Ein neues Programm soll Behörden besser vor Cyberangriffen schützen. Künftig gelten erstmals einheitliche Regeln für alle Ministerien und strengere Vorgaben für Dienstgeräte.
Berlin. Angriffe über das Internet bedrohen zunehmend die Arbeit von Behörden und Verwaltungen. Die Bundesregierung hat deshalb heute ein umfassendes Programm zur Steigerung der Cybersicherheit beschlossen. Dieses soll die staatlichen Computernetze widerstandsfähiger machen, Schwachstellen schneller schließen und das Vorgehen aller Ministerien erstmals einheitlich lenken.
Ob der Ausfall von Verwaltungsverfahren, die Blockade von Internetseiten durch gezielte Überlastung oder das heimliche Abfließen vertraulicher Unterlagen: Die Bedrohung durch Kriminelle und fremde Staaten im Netz hat in den vergangenen Jahren spürbar zugenommen. Bisher kümmerten sich die verschiedenen Ministerien und Behörden oft nur um ihre eigenen Angelegenheiten. Genau das soll sich künftig ändern.
Cybersicherheit bleibt nicht mehr jedem Amt allein überlassen
Das beschlossene Handlungskonzept trägt den Namen „CyberGovSecure“. Es legt fest, dass der Schutz der staatlichen Rechner nicht mehr jedem Amt allein überlassen bleibt, sondern nach gemeinsamen Regeln gesteuert wird. Eine neue Leitungsgruppe aus Vertretern aller Ministerien unter dem Vorsitz des Digitalministeriums wird künftig den übergeordneten Kurs vorgeben. Sie arbeitet eng mit dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zusammen, das den einzelnen Ämtern künftig direkt dabei helfen soll, Sicherheitslücken zu finden und zu schließen.
Dienst-Handys und Laptops strenger abgesichert
Das Vorhaben bündelt eine Reihe konkreter Maßnahmen, die den Schutz im Arbeitsalltag rasch verbessern sollen. Dazu gehört vor allem, dass Büro-Computer, zentrale Großrechner sowie Dienst-Handys und tragbare Geräte nach strengen, einheitlichen Sicherheitsregeln eingestellt und abgesichert werden.
Zudem werden alle Programme und Geräte regelmäßig auf Fehler untersucht, damit Angreifer keine offenen Türen vorfinden. Auffällige Vorgänge in den Datenleitungen sollen frühzeitig erkannt sowie gemeldet werden, und die Standorte der zentralen Rechner werden stärker gegen Ausfälle und Beschädigungen geschützt. Auch bei der alltäglichen Anmeldung wird nachgeschärft: Künftig reicht nicht mehr nur ein einfaches Passwort, sondern eine zusätzliche Bestätigung wird Pflicht.
Damit das Vorhaben nicht an fehlendem Geld scheitert, wurden zusätzliche Stellen und Geldmittel für den Bundeshaushalt ab dem Jahr 2027 angemeldet. Ein jährlicher Bericht an die Bundesregierung soll künftig offenlegen, wie weit die Ämter mit den Schutzmaßnahmen vorangekommen sind und wo noch nachgebessert werden muss.