Burweg: Kindergarten prägt Ort und Finanzen
Für den gemeindlichen Kindergarten in Burweg (Haupthaus links) ist es der zweite Anbau. Im Dachgeschoss entsteht viel Lagerfläche. Foto Eidtmann
Anfang März war Richtfest, jetzt geht es sichtbar voran. Der neue Anbau für den Kindergarten in Burweg wird prägend für die Ortsmitte. Mit einer Position von 460.000 Euro für die Fertigstellung prägt er aber auch den Haushalt 2018 der Kommune.
Einen gemeindlichen Bau dieser Dimension habe es in den letzten Jahrzehnten nicht gegeben, erklärte der Bürgermeister der Gemeinde, Matthias Wolff, stolz. Er berichtete in Wort und Bild vom Richtfest, das bewusst klein gehalten wurde. Groß soll hingegen die Einweihung gefeiert werden. Der ursprünglich avisierte Termin im Mai lasse sich aber nicht halten, so Wolff. Er werde in den Sommer fallen.
Die Erweiterung war nötig, weil die Gemeinde wächst und mehr Betreuungsplätze nachgefragt werden. Die zusätzliche Gruppe wird aber auch die Personalkosten in die Höhe schrauben. Heike Borowski von der Kämmerei legte dar, wie der Fehlbetrag steigen könnte. Aber nichts ist in Stein gemeißelt. Bekanntermaßen hängt das Defizit für die Kommunen davon ab, wie das Land Niedersachsen die fehlenden Elternbeiträge ausgleicht, die durch die beitragsfreien Jahre im Elementarbereich erwachsen.
Mit einem Fehlbetrag schließt auch der gesamte Ergebnishaushalt für 2018 ab. Aber die beiden vergangenen Jahren erbrachten Überschüsse, und die Rücklage ist gut gefüllt. So gut, dass man sich neben dem Kindergarten-Projekt noch so einiges leisten kann: Den Endausbau der Straße „Auf dem Hüßloh“ etwa, den Breitbandausbau, Entwässerungsmaßnahmen in Bossel, Friedhofsarbeiten und die üblichen Summen für den Wegebau und die Straßenunterhaltung. Auch eine Summe für den Erwerb von Grundstücken wird eingestellt. Noch deute sich nichts an, so Bürgermeister Wolff, aber man wolle handlungsfähig sein.
Unterschiedlich waren im Rat die Positionen zu den Potenzialflächen für Wohnen und Gewerbe, die die Samtgemeinde Oldendorf-Himmelpforten im neuen Flächennutzungsplan ausweisen soll. Deutlich durch ging das umstrittene Bauen in zweiter Reihe an der Blauen Straße. Mit fünf Nein-Stimmen und damit der denkbar knappsten Mehrheit wurde die Ausweisung des so genannten Gewerbegebietes II gekippt. 59 Hektar hatten Planer dort skizziert. Aber Flächenverbrauch ist und bleibt das Thema in Burweg: Autobahn und Tennet, Deichbau und Sandabbau – die Burweger fühlen sich umzingelt. Da müsse man nicht auch noch riesige Gewerbeflächen schaffen, so die Stimmung.
BURWEG/HECHTHAUSEN. Sie sind gute Nachbarn, zwei touristisch attraktive Gemeinden an der Oste und möchten „Lust aufs Land“ machen. Burweg und Hechthausen wollen sich beim Land Niedersachsen gemeinsam für die Neuaufnahme ihrer Regionen ins Dorfentwicklungsprogramm bewerben. Ihr Motto: „Brücken über die Oste bauen und natürliche Grenzen überwinden.“
Die Bürgermeister Matthias Wolff und Jan Tiedemann zählen dabei auf ein Team aus engagierten Ratsmitgliedern und Bürgern sowie ihre Gemeindedirektoren Ute Kück und Holger Struck. Auch ein Planungsbüro ist schon gefunden. In einer beschränkten Ausschreibung stellten sich drei erfahrene Institutionen vor. Den Zuschlag erhielt die Firma ProPlan aus Blender in der Nähe von Verden. „Ich freue mich auf die spannende Aufgabe“, erklärte der Leiter des Büros, Jürgen Bührmann.
Beim ersten kreativen Abstimmungsgespräch zur „Dorfregion Hechthausen-Burweg“ ging es schon um einen Zeitplan und die Nutzung von Karten und Daten. Im Verlauf des Verfahrens soll es Bürgerbeteiligungen und Workshops geben.
Sie arbeiten Seite an Seite beim Antrag auf dörfliche Förderung , von links: Thorsten Ratzke (Projektteam Burweg), Jürgen Bührmann (ProPlan), Ute Kück, Matthias Wolff, Jan Tiedemann und Holger Struck.