Zähl Pixel
Archiv

Butlers: Schließung der Stader Filiale vom Tisch

Die Schließung der Stader Butlers-Filiale ist vorerst vom Tisch. Der insolvente Einzelhandelskonzern wird das Geschäft in der Holzstraße weiterbetreiben. Zwei Gründe waren ausschlaggebend für die Trendwende.

Von Daniel Beneke Donnerstag, 08.06.2017, 12:02 Uhr

Knapp 2500 Kunden hatten sich mit einer Unterschriftenaktion für den Erhalt des Standortes ausgesprochen. Auch die städtische Wirtschaftsförderung und der Einzelhandelsverband waren in die Rettungsaktion involviert.

Filialleiterin Ulrike Gudde kann ihr Glück kaum fassen. Geschäftsführer Wilhelm Josten hat ihr mitgeteilt, dass die Niederlassung nicht dicht gemacht wird. Die berufliche Zukunft des sechsköpfigen Teams ist gesichert. Auch die Auszubildende darf in Stade weiterarbeiten. Die Kündigungen waren schon zugestellt, die Mitarbeiter warten nun auf die Rücknahme. Die Zeit der Ungewissheit scheint vorbei.

100 Filialen unterhält das 1999 in Köln gegründete Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Hinzu kommt ein Onlineshop. Vor allem Dekorations- und Einrichtungsgegenstände gehören zum Sortiment. Im Frühjahr hat der Konzern beim Amtsgericht Köln einen Insolvenzantrag gestellt. 19 Filialen sind Medienberichten zufolge von der Schließung bedroht. Bis vor Kurzem war auch die Stader Niederlassung darunter. Doch die Kunden protestierten.

Stader und Touristen sprachen sich im Rahmen der Unterschriftenaktion für den Erhalt der Filiale aus. Fast 2500 Unterschriften kamen binnen einer Woche zusammen. Das Team um Leiterin Gudde hatte an der Kasse Listen ausgelegt und in der Freizeit in der Innenstadt Unterschriften gesammelt. Der Einsatz hat bei der Geschäftsführung Eindruck gemacht. „Die Resonanz ist wahnsinnig“, sagt Gudde. „Das ist ganz toll angekommen.“ Die Belegschaft sei aufgrund der frohen Kunde überglücklich und dankbar, dass es weitergeht.

Der Wirtschaftsförderer der Stadt Stade, Thomas Friedrichs, setzte sich für die Butlers-Filiale ein. Die Geschäftsführerin des Einzelhandelsverbandes, Nathalie Rübsteck, schrieb einen Brief an die Geschäftsführung. Sie wies darauf hin, dass die Filiale „ein Angebot, welches so vom örtlichen Einzelhandel nicht anderweitig abgedeckt wird“, vorhalte. Das betreffe vor allem den Bereich Haushaltswaren/Porzellan. Filialleiterin Gudde weiß, dass die Zahlen stimmen. Die Stader Niederlassung wirft Gewinn ab.

Wie der Sprecher der Insolvenzverwaltung, Thomas Schulz, berichtet, ist die Stader Filiale ein Sonderfall. Während das Unternehmen bei den anderen zur Disposition stehenden Standorten an der Schließung festhält, konnte dies in Stade abgewendet werden. Schulz: „Die Stader Filiale ist die einzige, die rentabel weiter betrieben werden kann.“ Zum Protest der Kunden sagt er: „Das hilft mit Sicherheit.“ Ausschlaggebend für die Entscheidung war nach TAGEBLATT-Informationen aber vor allem das Entgegenkommen des Vermieters, der mit Butlers einen neuen Vertrag mit deutlich günstigeren Konditionen und einer Laufzeit von zwei Jahren abgeschlossen haben soll.

Schulz kündigt an, dass am 21. Juni bei einer Versammlung aller Gläubiger bei Gericht das Insolvenzverfahren offiziell eröffnet werden soll. Im Rahmen dieses Verfahrens wird geklärt, wie es mit dem Unternehmen insgesamt weitergehen soll.

Copyright © 2025 TAGEBLATT | Weiterverwendung und -verbreitung nur mit Genehmigung.