Buxtehude: Sie wollen ein solidarisches Miteinander
Michael Töpel und Horst Rademacher (rechts) stellen ihr Vereinskonzept vor und freuen sich über weitere Mitstreiter. Foto Richter
Der neue Verein „Miteinander Füreinander“hat seine Arbeit begonnen und nimmt weitere Mitstreiter auf.
Wenn Menschen in die Situation kommen, Hilfe im Alltag zu brauchen, wird das soziale Netzwerk besonders wichtig. „Früher hat die Großfamilie so etwas aufgefangen, heute müssen wir uns etwas anderes überlegen“, erläutern Horst Rademacher und Michael Töpel vom neu gegründeten Verein „Miteinander Füreinander“. Es geht vor allem um Wohnen und Pflegen im Alter, wobei nicht die Pflege, sondern der menschliche Kontakt im Vordergrund steht. Vorbild sind Sozialgenossenschaften, wie es sie in Süddeutschland schon seit langem gibt.
Der Verein arbeitet bereits: Horst Rademacher steht in der Geschäftsstelle in der Hauptstraße in den Räumen von Rademacher Immobilien dienstags und donnerstags von 15 bis 18 Uhr zur Verfügung und ist persönlich und telefonisch ansprechbar. Er verfügt bereits über eine Kartei von Kontakten, denn der Verein, der kürzlich seine erste offizielle Mitgliederversammlung hatte, hat bereits 60 Mitglieder. In einem Besprechungsraum finden Gruppentreffen statt, auch Vorträge sind geplant.
Offenbar wissen viele Menschen, dass das solidarische Miteinander an Bedeutung gewinnt. Dabei geht es nicht nur, aber vorwiegend um ältere Menschen. Die demografische Entwicklung zeige, dass ihr Anteil in den kommenden Jahren stetig steigen wird. „In der Stadt Buxtehude leben jetzt schon 8600 Menschen, die über 65 Jahre alt, das sind 21 Prozent aller Einwohner“, weiß Michael Töpel.
Nicht wenige von ihnen werden Hilfe benötigen, um ihren Alltag zu bewältigen. Der Verein Miteinander Füreinander will praktische Hilfestellung in allen Alltagslagen gewähren, soziale Beziehungen stärken, die Einbindung in das kulturelle Leben sichern, in rechtlichen und bürokratischen Dingen Rat und Unterstützung geben. Älteren Menschen soll ermöglicht werden, möglichst lange in ihrer gewohnten Wohnumgebung zu bleiben. Auch an Kooperationen ist gedacht, beispielsweise mit der Buxtehuder Wohnbaugenossenschaft. Ein Konzept dazu hat der Verein erarbeitet und einen Förderantrag beim Landesamt für Soziales, Jugend und Familie gestellt, das bereits grünes Licht signalisiert hat.
Rademacher schildert, wie die solidarische Arbeit konkret aussieht: „Eine chronisch lungenkranke Frau ruft mich an und berichtet, dass ihr die Haushaltshilfe kurzfristig abhanden gekommen ist. Wir können eine Aushilfe vermitteln.“ Eine Begleitung zum Einkaufen oder ein Fahrdienst, Besuche zum Vorlesen oder ein Spieleabend – all das seien konkrete Einsatzmöglichkeiten.
Die Mitglieder sind über den Verein versichert und erhalten für ihre Arbeit eine Aufwandsentschädigung von sieben Euro pro Stunde. In einem Rahmen von 200 Euro werden diese Einkünfte nicht auf den Hartz-IV-Satz angerechnet, sagt Rademacher.
Mitmachen
Alle Menschen, die Hilfsangebote machen möchten , sind als Mitglieder willkommen – und alle, die in ihrem Alltag Hilfe benötigen oder über 75 Jahre alt sind. Interessierte können sich zu den Öffnungszeiten in der Geschäftsstelle bei Horst Rademacher informieren.