TBuxtehuder Kneipe „Bebop“ ist geschlossen
Hier zapft Jan Sauerwein kein Bier mehr: Der bekannte Saxofon-Zapfhahn im „Bebop“ dient mittlerweile nur noch als Deko. Foto: Möller
Nach dreieinhalb Jahren ist Schluss im „Bebop“. Am vergangenen Wochenende hat die Musik-Kneipe am Fleth das letzte Mal ihre Türen geöffnet. Betreiber Jan Sauerwein zieht Bilanz.
Die Musikinstrumente an den Decken sind bereits abgenommen, die Bühne ist leer. Es ist gar nicht so lange her, dass hier das „Bebop“-Trio den Gästen in der gleichnamigen Kneipe am Buxtehuder Ostfleth einheizte und für gute Stimmung sorgte. Betreiber Jan Sauerwein steht ein letztes Mal hinter der Theke, das Saxofon, aus dem das Bier bisher gezapft wurde, bleibt allerdings trocken. „Mit dem letzten ausgeschenkten Bier ist uns die Kohlensäure ausgegangen“, sagt Sauerwein. Am vergangenen Sonntag öffnete das „Bebop“ ein letztes Mal seine Türen für die Gäste, nun bleibt es geschlossen.
Über die Musik den Weg in die Gastronomie gefunden
Vor knapp dreieinhalb Jahren, am 15. Juni 2019, hat der 36-Jährige das „Bebop“ eröffnet. Eigentlich ist er Fotograf, der Weg zur Selbstständigkeit im Gastrobereich führte über eine seiner anderen Leidenschaften: die Musik. Die hatte im „Bebop“ auch einen besonderen Stellenwert. Im hinteren Bereich war eine Bühne mit den dazugehörigen Instrumenten aufgebaut. „Musiker konnten bei uns so einfach mal jammen, ohne eigene Instrumente mitbringen zu müssen“, erklärt Sauerwein. Generell war die Musik in der Kneipe allgegenwärtig, regelmäßig gab es Konzerte; wenn nicht live gespielt wurde, kam die Musik vom Plattenspieler.
Corona und Energiekrise Hauptgrund für die Schließung
Dass jetzt Schluss ist in der Kneipe am Fleth liege vor allem an den derzeitigen Umständen. Erst kam die Corona-Pandemie, die nach etwas mehr als einem halben Jahr dafür sorgte, dass das „Bebop“ schließen musste. Danach wurde der Betrieb immer wieder durch Auflagen der Bundesregierung erschwert. Ganz still war es im „Bebop“ während dieser Zeit allerdings nicht. „Während wir nicht öffnen konnten, habe ich die Kneipe zu einem kleinen Tonstudio umgebaut“, erklärt Sauerwein.
Zwei Jahre nach Beginn der Pandemie war für Gastronomen wieder ein Licht am Ende des Tunnels zu erkennen. Sie durften wieder öffnen, nach und nach fielen auch die Auflagen weg.
Ein Zustand, der jedoch nur von kurzer Dauer war. Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine Anfang des Jahres 2022 sorgt für eine Energiekrise und stellt viele Menschen vor große finanzielle Probleme. „Da überlegen sich die Leute natürlich, wo gespart werden kann, und die Gastronomie fällt dann hinten runter“, erklärt Sauerwein.
Das „Bebop“-Trio stand in der Kneipe häufig auf der Bühne. Foto: Sauerwein
Ein Highlight für den Wirt während seiner Zeit im „Bebop“ war das Fleth-Festival mit drei Tagen Livemusik auf dem Ewer Margareta. Bei der Umsetzung des Festivals war Sauerwein vor allem auf die Hilfe von Freunden und die Unterstützung der Stadt Buxtehude angewiesen. „Ohne diese Hilfe wäre das Festival nicht möglich gewesen“, erklärt der 36-Jährige. Auch der Kundenstamm des „Bebop“ war immer zur Stelle, wenn mal Not am Mann war. Wasserschäden im Gebäude konnten so entsprechend schnell behoben werden, so dass der Betrieb der Kneipe schnell wieder aufgenommen werden konnte.
Viele seiner Gäste kannte der Betreiber schon von seiner Arbeit in anderen Buxtehuder Kneipen. In der Gastrolandschaft der Hansestadt war Sauerwein auch vor der Eröffnung des „Bebop“ bereits ein bekanntes Gesicht.
Einen neuen Interessenten gibt es schon
Wie es in seiner ehemaligen Kneipe weitergeht, will der 36-Jährige noch nicht verraten. Interessenten für die Räume am Fleth gebe es allerdings, betont er. Persönlich möchte Sauerwein sich nun eine Auszeit gönnen: „Nach dieser stressigen Zeit will ich erst mal etwas durchatmen können.“