Buxtehuder Polizei zieht endlich um
Olaf Nicolausen (links) und der Leiter des Polizeikommissariats Buxtehude, Karsten Lemke, tragen den ersten Karton in die neue Wache. Fotos Vasel
Ab Freitag sitzt das Kommissariat in der Kottmeierstraße im umgebauten Ex-„Hotel Widukind“ – 80 Beamte packen Umzugskartons.
Kartons packen – für den Umzug in die Kottmeierstraße: Symbolisch haben der Kriminaloberrat Karsten Lemke und der Kontaktbeamte Olaf Nicolausen vom Polizeikommissariat Buxtehude am Dienstagmorgen den „ersten Karton“ in die neue Wache im umgebauten Ex-„Hotel Widukind“ getragen. Bis Freitag ziehen die 80 Mitarbeiter um. Der Niedersächsische Innenminister Boris Pistorius (SPD) wird die neue Wache am 14. November offiziell einweihen.
Jetzt geht es los, in den Büros und auf den Fluren des alten Polizeikommissariats in der GrotheMarie-Straße stapeln sich bereits die Kartons. Mehr als 30 Jahre lang sorgten die Beamten von dieser Stelle aus für Sicherheit, jagten Kriminelle und Verkehrssünder. Früher stand auf dem Areal die 1959 stillgelegte Lederfabrik. Nach dem Verkauf 1979 wurden hier Mehrfamilienhäuser und Polizeiwache errichtet. Anfang der 80er Jahre zog die Polizei in die landeseigene Immobilie ein, vorher saß sie im alten Stadthaus an der Bahnhofstraße.
Die neue Wache ist die modernste der Region. „Für uns ist es ein Quantensprung“, sagt der Leiter des Einsatz- und Streifendienstes, Robert Schlimm. In der Kottmeierstraße ist die Polizei „nur“ noch Mieter, das frühere Hotel- und Bürogebäude der AVW AG gehört einem Immobilienfonds aus Großbritannien – und wurde komplett umgebaut. „Die Wache ist barrierefrei, hat einen Fahrstuhl“, ergänzt der Leiter des Kommissariats, Polizeioberrat Karsten Lemke. Nun verfüge die Polizei über vorzeigbare Räume. Auch an die Sicherheit der Kollegen wurde gedacht, die neue Wache hat beispielsweise eine Sicherheitsschleuse. Der repräsentative Eingang blieb erhalten. Der Parkplatz ist umzäunt. Fenster wurden mit Panzerglas und Gittern versehen. Die Leitstelle ist mit modernster Nachrichtentechnik ausgestattet. Der Zellentrakt liegt ebenerdig. Die Beamten haben mehr Platz, die alte Wache platzte aus allen Nähten. Hinzu kam, dass nicht nur die Sicherheit, sondern auch der Brandschutz nicht gewährleistet war. Deshalb hatte das Land sich gegen die Sanierung entschieden. Diese hätte zig 100 000 Euro verschlungen. Die Beamten teilen sich das Gebäude mit dem Jobcenter (Arge) – räumlich getrennt. Das Kommissariat zieht in den linken Gebäudeteil ein; der Einsatz- und Streifendienst und der Kriminal- und Ermittlungsdienst werden das Erd- sowie das erste und dritte Obergeschoss nutzen, im zweiten sitzt weiter die Arge.
Die Innenminister Heiner Bartling (SPD) und Uwe Schünemann (CDU) hatten sich bereits für den Umzug ausgesprochen, sich aber nicht gegen den Finanzminister durchsetzen können. Auch ein Neubau am Hafen und an der Konrad-Adenauer-Allee war zeitweise im Gespräch. Erst der Besuch von Minister Pistorius im Juli 2013 brachte die Wende. Die Landtagsabgeordneten Petra Tiemann (SPD) und Helmut Dammann-Tamke (CDU) hatten über Jahre für den Umzug getrommelt. Das wird Finanzminister und Steuerzahler freuen: Die alten Möbel kommen mit.
Das Land selbst benötige das Gebäude in der Grothe-Marie-Straße nicht mehr. In Kürze soll es am Markt platziert werden, so Christoph Schlicht vom Landesliegenschaftsfonds. Es gab bereits Kaufanfragen. Wohnungsbau ist eine Option. Und auch die Unterbringung von Flüchtlingen wird derzeit diskutiert, die Stadt hat das Gebäude bereits besichtigt.
Bildergalerie mit Zellen-Blick gibt es im Internet. www.tageblatt.de
Gesichert: ESD-Leiter Robert Schlimm (2. von rechts) führt seine Kollegen durch die Waffenkammer.
Polizei-Chef Karsten Lemke inspiziert die Zellen des Polizeikommissariats.
Empfangsbereich: Kontaktbeamter Olaf Nicolausen hat die Sicherheitsschleuse im Blick .