Circus Belly kommt mit Zirkus-Affe Robby
Sie geben ein gutes Bild ab: Zirkus-Affe Robby und Zirkusdirektor Klaus Köhler. Foto Dörnath
Der Circus Belly gastiert ab dem heutigen Donnerstag in Stade. Neben Artisten, Clowns und Dompteuren auch mit dabei: der Zirkus-Affe Robby. Er beschäftigte in den vergangenen Monaten die Richter, wurde dadurch in der Presse bekannt und ruft auch in Stade die "Peta" auf den Plan.
Bis zum Sonntag, 13. Mai, hat Belly in der Altländer Straße seine Zirkuswelt aufgebaut. Direktor Klaus Köhler zählt seinen Zirkus zu den modernen, denn in den artistischen Darbietungen würden auch immer Geschichten erzählt. Er selbst präsentiert stolz seine Kamele, Lamas und Rassepferde.
Mitgebracht hat Köhler auch einen kubanischen Artisten, der seine Kunststücke am Mast vorführt, den Drahtseilkünstler Aaron und Rosalie Held, eine junge Artistin, die in zehn Metern Höhe im Schlaufentuch auftritt. Natürlich fehlen auch die Clowns und Spaßmacher nicht, und ein Feuerspucker zeigt seine heiße Show.
Wo der Circus Belly seine Zelte aufschlägt, ist auch die Tierrechtsorganisation Peta nicht weit. Peta fordert, dass der etwa 40-jährige Schimpanse seinen Lebensabend unter Artgenossen verbringen darf. Peta, deren Motto auch lautet, dass Tiere nicht dazu da seien, um Menschen zu unterhalten, setzt sich seit 2011 für „Robbys Rettung“ ein, so die Mitteilung der Pressestelle von Peta.
Seit über einem Jahr beschäftigt der Schimpanse Robby Juristen und Gerichte. Vor einem Jahr entschied das Verwaltungsgericht in Lüneburg, dass Robby seinen Lebensabend in einer auf Resozialisierung von Schimpansen spezialisierten Einrichtung verbringen müsse. Er solle nicht unter Menschen alt werden und sterben. Zuvor hatte der Landkreis Celle bereits 2015 angeordnet, dass der Zirkusbetreiber den Affen abgeben soll.
Doch bei Robby vertritt der Zirkusdirektor eine gänzlich andere Auffassung, als die bei Peta agierenden Tierschützer. „Wenn Robby sich bei mir nicht wohl fühlen würde, wäre er schon längst tot“, sagt Direktor Klaus Köhler. Er glaubt vielmehr, dass ein Herausreißen aus seinem gewohnten Lebensumfeld, in dem sich der Affe seit mehr als 40 Jahren befindet, dessen Tod herbeiführen könnte. Auch für diese Ansicht gibt es Unterstützung von Tiermedizinern.
Köhlers Einspruch gegen die Urteile sind noch nicht vom Tisch. Im Januar hat das Oberverwaltungsgericht Lüneburg die Berufung des Circus Belly gegen das Verwaltungsgerichtsurteil der Kollegen zugelassen. Damit darf Robby vorerst bei der Schaustellerfamilie bleiben. In der Manege wird Robby nicht mehr auftreten, aber bei der Tierschau ist der letzte Zirkus-Schimpanse Deutschlands auch in Stade zu sehen.
Der Circus Belly gastiert vom 4. bis 13. Mai auf dem Platz an der Altländer Straße. Vorstellungen sind täglich um 16 Uhr, am Sonntag, 13. Mai, nur um 11 Uhr. Montag und Dienstag gibt es keine Vorstellungen. Am „Vatertag“ haben alle Papas freien Eintritt. Gleiches gilt für die Mütter am 13. Mai. Freitag ist Familientag.