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Container für Krippenkinder in Hammah erlaubt

Im rückwärtigen Bereich der Feuerwehr wird die Gemeinde Hammah Container aufstellen und Krippenkinder betreuen lassen. Fotos Eidtmann

Im rückwärtigen Bereich der Feuerwehr wird die Gemeinde Hammah Container aufstellen und Krippenkinder betreuen lassen. Fotos Eidtmann

Politik und Verwaltung in Hammah atmen tief durch: Das Kultusministerium gibt eine vorläufige Betriebserlaubnis für die provisorische Betreuung von Krippenkindern in Containern. Die wird der Verwaltungsausschuss jetzt sofort bestellen.

Von Jutta Eidtmann Mittwoch, 27.07.2016, 17:22 Uhr

Auch das DRK meldet: Wir haben das Personal, können zum 1. Oktober durchstarten. Die erlösende Nachricht kam nach Auskunft von Gemeindedirektor Holger Falcke am Dienstag. Der zuständigen Referentin, die noch vor zwei Wochen ihre Skepsis und ablehnende Haltung bekundet hatte, waren Unterlagen nachgereicht worden. Auch gab es mündliche Gespräche zur Abstimmung einiger Punkte. Das führte zu ihrem Einlenken. Die vorläufige Genehmigung ist eine Ausnahme und soll bis November oder Dezember gelten, so Falcke. Dann werde es einen Termin geben, bei dem sich das Landesjugendamt vergewissere, ob die Container eine probate Lösung sind.

Die vorläufige Betriebserlaubnis ist Voraussetzung dafür, dass die Gemeinde Hammah ihre Pläne für eine Interimslösung umsetzen kann. Die Zeit drängt. 26 angemeldete Krippenkinder finden im voll belegten (bisher einzigen) Kindergarten DRK-Kinderschiff in Hammah keinen Platz. Familien wissen trotz des Rechtsanspruchs nicht, womit sie rechnen können. Bis der geplante und beantragte Neubau eines zweizügigen Krippenkindergartens steht (geplant auf dem Gelände der bestehenden Kita), gehen 15 Monate ins Land. So war der Rat auf die Idee mit Containern gekommen. Sie sollen für rund 200 000 Euro erworben und auf dem großen Platz hinter dem Feuerwehrgerätehaus aufgebaut werden. Später, so die Planung, darf die Feuerwehr sie nutzen. Etwa für ihre jugendlichen Aktiven.

„Wir haben immer noch das Ziel, eine Betreuung ab Mitte September zu erreichen, aber versprechen können wir es nicht“, sagt Gemeindedirektor Falcke. Auch für die Container in Modulbauweise bedarf es eines Bauantrags und einer Baugenehmigung durch den Landkreis Stade. Dann müssen sie aufgebaut, abgenommen und auch möbliert werden.

Der DRK-Kreisverband, der die Trägerschaft für die eigenständige Einrichtung übernimmt, geht von einem Betriebsbeginn zum 1. Oktober aus. „Wir stehen in den Startlöchern“, sagt Vize-Geschäftsführer Uwe Lütjen. Sechs neue Kräfte sind eingestellt.

Wegen der wachsenden Einwohnerzahl (die Gemeinde zählt jetzt über 3000 Köpfe) werden die Themen Krippe, Kita, Ganztagsgrundschule und Hort auch den neuen Rat fortlaufend beschäftigen. Andere Themen, die gesetzt sind oder sich abzeichnen, sind die Zukunft der gemeindeeigenen und sanierungsbedürftigen Immobilie „Landhaus Hammah“, die Entwicklung des Einzelhandelsstandortes und die Gestaltung der Ortsmitte.

Zwar gibt es noch gar keinen aktuellen Hintergrund, aber Kaufmann Hermann Hintelmann mit seinem „nah und frisch“-Markt hat angekündigt, sich in den nächsten fünf Jahren in Ruhestand begeben und seine Immobilie verkaufen zu wollen. Und Gemeindedirektor Holger Falcke zeigt sich optimistisch, dass der Lebensmittelmarkt-Standort Hammah dann weitergeführt werden kann. Es gebe zwei interessierte Investoren, die unterschiedlich große Neubauten ins Gespräch brächten. „Wir reden hier von Verkaufsflächen zwischen 800 und 1200 Quadratmetern“, sagt Falcke.

Im Ort kursieren viele Gerüchte, aber wirklich konkret ist noch gar nichts. Aus dem Wahlkampf, so hat die Politik entschieden, hält man die Themen heraus. Der neue Rat soll in Ruhe beraten, wenn ihm Fakten vorliegen.

Der neugewählte Rat in Hammah wird sich mit der Zukunft des Landhauses befassen müssen.

Der neugewählte Rat in Hammah wird sich mit der Zukunft des Landhauses befassen müssen.

Auch das Thema Lebensmittelmarkt wird in der neuen Amtsperiode auf den Tisch kommen.

Auch das Thema Lebensmittelmarkt wird in der neuen Amtsperiode auf den Tisch kommen.

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