Costa-Gruppe baut ihre nautische Zentrale in Hamburg aus
Die italienische Kreuzfahrtgruppe Costa Crociere hat vor einem Jahr in Hamburg ihre nautische Zentrale für Costa- und Aida-Schiffe in Betrieb genommen. Foto Charisius/dpa
Die Costa-Reedereigruppe, zu der auch Aida in Rostock gehört, baut ihre nautische Zentrale für Kreuzfahrtschiffe in Hamburg aus. Gestartet war das Unternehmen vor einem Jahr mit der nautischen Unterstützung in Echtzeit für die 26 Schiffe der Costa-Gruppe.
Zur Costa-Gruppe gehören die Kreuzfahrtreedereien Costa Crociere (Genua), Costa Asien (Schanghai) und Aida (Rostock), deren Mutterkonzern wiederum der US-Kreuzfahrtriese Carnival ist. Das Hamburger Fleet Operations Center (FOC) sei eine Blaupause für den Konzern, der solche Betriebseinheiten nun auch in Miami und Seattle (beide USA) aufbauen wolle, berichtete Ljoen. 101 Kreuzfahrtschiffe seien für den Konzern in Fahrt, 18 neue sollen bis 2022 hinzukommen.
Ralf Nagel, Präsidiumsmitglied des Verbands Deutscher Reeder (VDR), begrüßte die Expansion. Solche Fleet Operations Center machten die Schifffahrt noch sicherer und unterstützen die Crews dabei, die Abläufe auf dem Schiff noch effizienter zu gestalten. Außerdem böten sie Jobs an Land für „hoch qualifiziertes seemännisches Personal“. Hamburg selbst ist ein begehrter Kreuzfahrthafen im Norden mit rund 170 Schiffsanläufen in diesem Jahr.
Die Einrichtung des Hamburger FOC war eine indirekte Konsequenz aus dem Schiffsunglück der „Costa Concordia“ Anfang 2012. Das Kreuzfahrtschiff war mit mehr als 4200 Menschen an Bord vor der italienischen Mittelmeer-Insel Giglio auf einen Felsen gefahren und havariert. 32 Menschen starben, unter ihnen zwölf Deutsche.
Der Kapitän der „Aidaluna“, Marc-Dominique Tidow, berichtete, dass er im vergangenen Jahr in der Karibik beim Hurrikan Joaquin aus Hamburg wertvolle Unterstützung bei der Routenwahl erhalten habe, weil das FOC von Meteorologen weiteren Rat einholen konnte. „Der Kapitän entscheidet aber und bleibt verantwortlich“, bekräftigte Tidow. Die Flotten erhalten vom FOC taktische Unterstützung und Beratung zu nautischen Betriebsabläufen.
Im FOC werden die Schiffsbewegungen rund um die Uhr überwacht – im Mittelmeer ebenso wie in Fernost. Auf Multimedia-Wänden werden Routen und Liegeplätze der Schiffe aufgerufen, Wetterkarten dazugestellt sowie Geschwindigkeiten und Treibstoff-Verbrauch analysiert oder der Frischwasser-Bedarf an Bord ermittelt. Anhand der Daten könne nach Lösungen gesucht werden, Verbräuche zu senken, berichtete FOC-Manager Alexander Klingelhöfer. Die Technologie für das FOC wurde von Carnival Maritime selbst entwickelt.