AbonnierenAbo
Zähl Pixel
Industrie- und Handelskammer

DIHK beklagt zu hohe Energiepreise

An neuen Strommasten nahe des Umspannwerkes Conneforde in Niedersachsen finden Bauarbeiten statt.

An neuen Strommasten nahe des Umspannwerkes Conneforde in Niedersachsen finden Bauarbeiten statt. Foto: Sina Schuldt/dpa

Vor einem Jahr ging das letzte deutsche Atomkraftwerk vom Netz. Auch wenn die Strompreise in Deutschland deutlich gefallen sind, fordert die DIHK „international wettbewerbsfähige Energiepreise“.

Von dpa 13.04.2024, 17:35 Uhr
12 Monate Premium-Zugriff für nur 1,00 € pro Woche! Langfristig sparen!

Berlin. Ein Jahr nach dem deutschen Atomausstieg beklagt die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) weiterhin hohe Strompreise. „Deutsche Unternehmen brauchen international wettbewerbsfähige Energiepreise und sind auf eine sichere Versorgung angewiesen“, sagte DIHK-Präsident Peter Adrian den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Adrian verwies darauf, dass die deutschen Strompreise an der Börse noch immer doppelt so hoch seien wie 2019. Allerdings sind die Preise im Verlauf des vergangenen Jahres gefallen. Zusammen mit Steuern, Netzentgelten und Umlagen seien die Kosten zum Teil sogar viermal so hoch wie in anderen Ländern, sagte Adrian. „Derzeit sprechen viele Gründe dafür, dass dieser Wettbewerbsnachteil auch in Zukunft bestehen bleibt. Gleichzeitig berichten uns viele Unternehmen von kleineren und größeren Stromausfällen“, so Adrian weiter. In Deutschland waren am 15. April 2023 die drei letzten Atomkraftwerke vom Netz gegangen. 

Strominfrastruktur in Europa stärken

Für die Zukunft forderte Adrian: „Bestehende Kraftwerke dürfen wir daher frühestens dann abschalten, wenn andere Leistungen gesichert zur Verfügung stehen. Für einen versorgungssicheren Energiemix sind neben wetterunabhängigen Erneuerbaren wie Wasserkraft, Tiefen-Geothermie und Biomasse auch Gas- und voraussichtlich Kohlekraftwerke mindestens solange notwendig, bis Energiespeicher und Wasserstoffkraftwerke ausreichend zur Verfügung stehen“, erklärte er.

Darüber hinaus regte er an, die europäische, grenzüberschreitende Strominfrastruktur weiter zu stärken. Eine gemeinsame europäische Versorgung sei effizienter und sicherer, so Adrian.

Nach Angaben des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft lag der durchschnittliche Strompreis für die Industrie bei Neuabschlüssen Anfang 2024 bei 17,65 Cent pro Kilowattstunde, 2019 waren es demnach 18,43 Cent. Etwa ein Drittel davon entfiel damals noch auf die EEG-Umlage, die inzwischen nicht mehr fällig wird. In der Energiekrise nach dem russischen Angriff auf die Ukraine 2020 war der Preis auf 43,20 Cent hochgeschnellt.

Die Redaktion empfiehlt
Weitere Artikel

Schlichtung bei Lufthansa ohne Einigung beendet

Die Schlichtung zwischen Lufthansa und ihren Piloten ist gescheitert – doch erneute Streiks drohen vorerst nicht. Hinter verschlossenen Türen läuft ein zweiter Versuch zu einer umfassenden Einigung.

Microsoft wirbt um Vertrauen deutscher Kunden

Ob Word, Outlook oder Copilot, Anwendungen der US-Firma Microsoft sind stark präsent im Alltag. Vielleicht zu stark? In Köln lud die Firma zu einem Werbeevent, auch um solche Sorgenfalten zu glätten.