Dahinter steckt bestimmt ein kluger Kopf
Bei den Lessing-Gesprächen 2015 wird der TAGEBLATT-Chefredakteur Wolfgang Stephan über „Business und Moral“ sprechen. Bürgermeister Gerd Hubert (links) und Professor Alexander Deichsel (rechts), der die 24. Gespräche wieder zusammen mit Pro
TAGEBLATT-Chefredakteur Wolfgang Stephan redet bei Lessing-Gesprächen über „Business und Moral“.
Die Gemeinde Jork lädt für den kommenden Sonnabend, 7. November, 15 Uhr, zu den 24. „Lessing-Gesprächen“ in das Museum Altes Land in Westerjork 49 ein. Zum Schluss der Veranstaltung wird – gegen 16.45 Uhr – der Bürgerpreis verliehen.
Nach dem Wissenschaftler Hans-Hilger Ropers vom Max-Planck-Institut für molekulare Genetik in Berlin (2014) und dem Buchautor und Pädagogen Dr. Karl Gebauer (2013) haben die Altländer in diesem Jahr einen Journalisten gewinnen können – mit einem spannenden Thema. TAGEBLATT-Chefredakteur Wolfgang Stephan wird über „Die Macht der Medien im Spannungsfeld zwischen Business und Moral“ sprechen.
Das haben Jorks Bürgermeister Gerd Hubert (BVJ) sowie Professor Alexander Deichsel und Archivarin Susanne Höft-Schorpp bei der Lessing-Pressekonferenz im Rathaus „Gräfenhof“ angekündigt. Toleranz, so Professor Deichsel, war eine der Tugenden, denen sich der Dichter und Aufklärer Gotthold Ephraim Lessing verpflichtet fühlte. „Sie sollte auch in den Medien eine Hauptrolle spielen“, sagt der Altländer. Medienhäuser – wie das TAGEBLATT – lieferten ihren Lesern tagtäglich Informationen, unabhängig und frei. Sie seien aber auch Wirtschaftsunternehmen. Wie sich Journalisten heute in diesem Spannungsfeld bewegen, wird Wolfgang Stephan beleuchten, so Deichsel. Er sei gespannt auf seine Einschätzung über die „Macht der Medien“.
Zur Person: TAGEBLATT-Chefredakteur Wolfgang Stephan hat Drucker gelernt, nach einem Studium an der Hochschule für Wirtschaft und Politik (Hamburg) stieg der Pfälzer beim Zeitungsverlag Krause vom Volontär zum Chefredakteur auf; seit dem Jahr 2001 verantwortet Stephan alle Zeitungstitel des Verlags sowie TAGEBLATT.de (Online) und TAGEBLATT TV. Zweimal wurde er mit dem Konrad-Adenauer-Journalistenpreis ausgezeichnet, im vergangenen Jahr erhielt er den Elbe-Weser-Journalisten-Preis für seine Berichterstattung über die Fußball-WM in Brasilien. (bv)
Lessing-Gespräche
1776 heirateten in Jork der Schriftsteller Gotthold Ephraim Lessing und Eva König im Landsitz der befreundeten Familie Schuback. Beinahe wäre die Hochzeit ins Wasser gefallen. Denn Lessing geht bei einem Spaziergang buchstäblich baden: Er will über einen Graben springen, doch der Sprung ist zu kurz. Lessing fällt ins schlammige Wasser. Die Hochzeit war ursprünglich für den 6. Oktober 1776 terminiert. Weil Lessings nasser und verschmutzter Rock gereinigt werden musste – Ersatz hatte er nicht – konnte er Eva erst am 8. Oktober heiraten. Aufklärer Lessing, der in seinem Werk „Nathan der Weise“ der Toleranz und der Duldsamkeit ein großartiges Denkmal gesetzt hat, hadert mit sich selbst. Er ist nach dem Graben-Reinfall so erbost, dass er sofort wieder abreisen wollte. Zum Gedenken daran finden in Jork seit 1992 jedes Jahr im November die Lessing-Gespräche im Museum statt.