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Daniela Dreyers Liebe gilt der Borussia

Daniel Dreyer aus Assel macht es sich in ihrem Gladbach-Strandkorb gemütlich. Fotos Berlin

Daniel Dreyer aus Assel macht es sich in ihrem Gladbach-Strandkorb gemütlich. Fotos Berlin

Die Gladbach-Fahnen sind gehisst, Gartenzwerge in Grün-Schwarz stehen auf der Auffahrt, Borussen-Rauten zieren die Blumenkübel vor der Haustür. Daniela Dreyer (47) aus Assel führt ein Leben in Grün-Schwarz.

Von Daniel Berlin Mittwoch, 17.08.2016, 20:24 Uhr

Selbstverständlich besitzt Daniela Dreyer zwei Karten für das DFB-Pokalspiel am Sonnabend zwischen dem Fußball-Regionalligisten SV Drochtersen/Assel und dem Bundesligisten Borussia Mönchengladbach. Sie hat schließlich eine Dauerkarte im Kehdinger Stadion und das Vorkaufsrecht genutzt. Fußball, sagt sie, sei mehr als eine Leidenschaft. Sie werde oft gefragt, ob sie am Sonnabend (Anpfiff: 15.30 Uhr) wenigstens ein bisschen für D/A sei. In der Frage der fußballerischen Liebe hat sie allerdings klare Prinzipien. „Ich kann ja auch nur einen Mann lieben“, sagt Daniela Dreyer.

Also Gästeblock. Stehplatz. Jeweils einen Schal an den Handgelenken und einen Schal um den Hals. Das grüne Gladbach-Trikot trug sie am Dienstag vor dem Fernseher schon einmal Probe, als sich die Borussen in der Champions League-Qualifikation im Hinspiel gegen Young Boys Bern durchgesetzt haben.

1969 geboren, hat sie der große Bruder bereits Anfang der 1970er Jahre dazu überredet, nicht die Sesamstraße, sondern die Sportschau zu gucken. In der erfolgreichsten Zeit der Borussia packte Daniela Dreyer das Fan-Fieber.

Jetzt, als Ehefrau und Mutter eines Sohnes, hat sie in der Familie einen schweren Stand gegen die Schalker Übermacht. Daniela Dreyer schuf sich unterm Dach ihres Hauses einen Rückzugsort der besonderen Art. Der Maler schaute ungläubig, als er die Wände schwarz und grün streichen sollte. Poster und Fahnen hängen in der kleinen Kammer an den Wänden, das Trikot von Stefan Effenberg verdeckt das Fenster. Das Shirt von André Hahn trägt die Unterschriften der Spieler, Trikots aus den vergangenen Bundesligajahren hängen fein säuberlich am Kleiderständer. „Wenn mal Stress ist, ziehe ich mich hier zurück, schaue mich einmal um und schon komme ich wieder runter“, sagt Daniela Dreyer, die sich schier überschlägt, wenn sie die Geschichten erzählt, die sie mit Gladbach erlebt hat. Der Sieg im DFB-Pokal 1995 ist solch eine Geschichte. Mit 500 D-Mark in bar fuhr sie nach Berlin und hätte ihren Mann wahrscheinlich vor dem Stadion stehen lassen, wenn das Geld nur für eine Karte gereicht hätte. Oder der Aufstieg 2008, als sie mit 10 000 Menschen durch die Stadt marschiert ist, um zu feiern. „Wenn ich auf dem Weg zum Spiel nach Mönchengladbach bin und das Ortsschild sehe, ist das, wie nach Hause kommen“, sagt Daniela Dreyer.

Jeweils zwei Karten für das Pokalspiel gewonnen haben Nicole Dölling aus Hammah und Mirco Pervölz aus Harsefeld.

Das Kehdinger Stadion ist am Sonnabend bereits ab 12.30 Uhr geöffnet.

Ein Zwerg begrüßt die Gäste.

Ein Zwerg begrüßt die Gäste.

Blumen stilecht verpackt.

Blumen stilecht verpackt.

Trophäen unterm Dach.

Trophäen unterm Dach.

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