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Winterspiele in Peking

Dank Geiger: Deutsche Kombinierer gewinnen Olympia-Silber im Team

Die deutschen Nordischen Kombinierer Vinzenz Geiger (von links), Julian Schmid und Manuel Faisst jubeln über die Silbermedaille. Foto: Daniel Karmann/dpa

Die deutschen Nordischen Kombinierer Vinzenz Geiger (von links), Julian Schmid und Manuel Faisst jubeln über die Silbermedaille. Foto: Daniel Karmann/dpa

Aus der Quarantäne zur Medaille: Eric Frenzel holt mit dem Team in der Nordischen Kombination trotz einer Schwächephase Silber. Für die Kombinierer ist es das zweite Edelmetall bei diesen Winterspielen. In der Loipe ist auf einen wieder besonders Verlass.

Donnerstag, 17.02.2022, 13:35 Uhr

Von Thomas Eßer, Thomas Wolfer und Claas Hennig

Bei der Silber-Auszeichnung seines Team fehlte Eric Frenzel auf dem Siegerpodest. Auf dem Platz, der eigentlich für ihn vorgesehen war, lag das Olympia-Maskottchen, das die Nordischen Kombinierer als erste Anerkennung für ihre Leistung erhielten. „Der Eric hat sich völlig verausgabt“, sagte Bundestrainer Hermann Weinbuch in der ARD nach dem Teamwettkampf. „Das mit Corona wird wahrscheinlich sein Übriges dazu beigetragen haben.“

Völlig erschöpft war Frenzel von Betreuern durch das eiskalte olympische Langlauf-Stadion von Zhangjiakou begleitet worden. Zuvor hatte er rund eine Minute ausgepumpt im Schnee gelegen. Der 33-Jährige war unterkühlt, erholte sich jedoch schnell. „Ich habe eben erst erfahren, dass wir Silber geholt haben“, sagte er ein paar Minuten nach der verpassten Zeremonie. „Ich bin überglücklich.“

Unterkühlter Frenzel fehlt beim Jubeln: Kombinierer gewinnen Silber

In einem packenden Rennen sicherte Schlussläufer Vinzenz Geiger am Donnerstag den deutschen Kombinierern die Silbermedaille bei den Winterspielen in China. Geiger, der erst drei Tage zuvor aus der Corona-Quarantäne entlassene Frenzel, Manuel Faißt und Julian Schmid mussten sich am Donnerstag nur Norwegen geschlagen geben. Bronze ging überraschend an Japan.

Der Rückstand der Deutschen auf Gold betrug im Ziel 54,9 Sekunden. Für die Mannschaft von Weinbuch war es zum Abschluss die zweite Medaille bei diesen Winterspielen nach dem Olympiasieg von Geiger im Einzel-Wettbewerb auf der Normalschanze. „Es waren perfekte Spiele für mich“, sagte Geiger. „Mit zwei Medaillen im Gepäck bin ich überglücklich.“

Eric Frenzel: Aus der Quarantäne zu Olympia-Silber

Bei Temperaturen um die minus zehn Grad waren die deutschen Kombinierer auf Rang drei ins entscheidende Langlaufrennen über 4 x 5 Kilometer gegangen. Im Skispringen von der Großschanze waren die Teams aus Österreich und Norwegen, das ohne ihren Überflieger Jarl Magnus Riiber nach dessen Corona-Infektion antraten, knapp besser gewesen.

Der DSV-Kombinierer Vinzenz Geiger (links) überquert vor Ryota Yamamoto aus Japan die Ziellinie. Foto: Hendrik Schmidt/dpa

Der DSV-Kombinierer Vinzenz Geiger (links) überquert vor Ryota Yamamoto aus Japan die Ziellinie. Foto: Hendrik Schmidt/dpa

Startläufer Faißt, der ins Team nachgerückt war, übernahm jedoch früh die Führung und übergab an Schmid. Der 22-Jährige verlor ein wenig auf Österreich und Norwegen. Als Frenzel startete, hatte er einen Rückstand von 4,2 Sekunden auf die Spitze. Der Routinier hatte jedoch große Probleme, fiel weiter zurück und schickte Schlussläufer Geiger auf Rang vier mit 36,9 Sekunden Rückstand auf Platz eins und rund 26 Sekunden auf Silber und Bronze ins Rennen. Der Oberstdorfer zeigte eine furiose Laufleistung und führte die Mannschaft noch auf das Podest.

Siebte Olympia-Medaille für Rekordweltmeister

Frenzel, der bei der Einreise nach China positiv auf das Coronavirus getestet worden war, hatte erst einen Tag vor dem Wettkampf erstmals auf der gigantischen Schanzenanlage trainiert. Dort und beim Langlauf-Test überzeugte er Bundestrainer Weinbuch. Der erfahrene Coach nominierte den Sachsen und verzichtete auf den zweimaligen Olympiasieger von Pyeongchang, Johannes Rydzek.

Frenzel, der sich in der Quarantäne mit Joggen im Zimmer und auf dem Ergometer fit gehalten hatte, sprang 132 Meter weit. Aus dem deutschen Team gelang nur Geiger ein weiterer Satz. Auf der Laufstrecke war Frenzel jedoch bei weitem nicht so stark wie gewohnt. „Ich bin froh, dass die anderen ausgemerzt haben, was ich verbockt habe“, sagte er.

Auch dank seiner gut aufgelegten Teamkollegen holte der Rekordweltmeister bereits die siebte Olympia-Medaille seiner Karriere. Nach den harten Isolationstagen dürfte diese einen ganz besonderen Stellenwert haben, auch wenn es nicht wie einmal 2014 und zweimal 2018 Gold wurde. Frenzels Mutter, die als Erzieherin tätig ist, fieberte bei ihrer Arbeit mit den Kindern mit.

Der DSV-Kombinierer Eric Frenzel läuft auf der Strecke. Foto: Daniel Karmann/dpa

Der DSV-Kombinierer Eric Frenzel läuft auf der Strecke. Foto: Daniel Karmann/dpa

Mit nun zwei Medaillen können die deutschen Kombinierer die Winterspiele zufrieden verlassen - zumal sie zwei Corona-Fälle verkraften mussten. Neben Frenzel war auch Teamkollege Terence Weber, der von Faißt ersetzt wurde, in Peking positiv getestet worden. An die formidable Ausbeute von vor vier Jahren in Südkorea kam das Weinbuch-Team erwartungsgemäß nicht heran. Damals hatten die Schanzen- und Lauf-Allrounder dreimal Gold, einmal Silber und einmal Bronze gewonnen. (dpa)

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