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Über Schulgrenze anerkannt

Darum ist die Elbmarschenschule so beliebt

Schulleiter Holger Wartner und Gymnasialleiter Thomas Leibing (links) versuchen, die Elbmarschenschule immer weiterzuentwickeln . Foto:Helfferich

Schulleiter Holger Wartner und Gymnasialleiter Thomas Leibing (links) versuchen, die Elbmarschenschule immer weiterzuentwickeln . Foto:Helfferich

Als die Kooperative Gesamtschule in Drochtersen vor 27 Jahren gegründet wurde, stieß die Gemeinde auf große Widerstände beim Landkreis Stade. Die Gemeinde übernahm deshalb die Trägerschaft. Heute ist die Elbmarschenschule über die Gemeindegrenzen hinaus anerkannt.

Von Susanne Helfferich Mittwoch, 04.09.2019, 10:00 Uhr

950 Schülerinnen und Schüler besuchen die Schule; davon kommen 246 von außerhalb. Zur hohen Akzeptanz trägt das gymnasiale Angebot bei. Seit dem Schuljahr 2012/13 bietet die Schule eine Oberstufe an. Von den 100 Lehrkräften sind die Hälfte Gymnasiallehrer. Alle unterrichten auch in den anderen Schulzweigen; auch Thomas Leibing, seit März und längerer Vakanz Leiter des Gymnasialzweiges.

Als Ausbildungsschule schaffe es die Elbmarschenschule nach Auskunft von Schulleiter Holger Wartner, Referendare nach ihrer praktischen Ausbildungszeit an sich zu binden. Dadurch sei das Kollegium recht jung, das Durchschnittsalter liegt bei 40,5 Jahren.

Die Kooperative Gesamtschule unterscheidet sich von einer Integrativen Gesamtschule, die Schüler aller Schulformen in einem Klassenverband unterrichtet. In einer KGS werden drei grundsätzlich voneinander getrennte Schulzweige angeboten – Hauptschule, Realschule und Gymnasium. Allerdings ist innerhalb der Schule die Durchlässigkeit besser zu realisieren als zwischen räumlich getrennten Schulformen. „Bei guten Leistungen in einzelnen Fächern können Schüler in diesen Fächern hochgestuft werden“, erklärt Schulleiter Wartner, also kann ein guter Mathe-Realschüler dieses Fach im Gymnasialzweig besuchen. Betrifft dies gar zwei oder drei Hauptfächer, ist ein genereller Wechsel denkbar. Die Tatsache, dass zwar die Schulform, aber nicht die Schule gewechselt wird, das Umfeld also bleibt, erleichtere diesen Schritt deutlich, so Wartner. Außerdem wird im musisch-künstlerischen Bereich und in manchem Wahlpflichtkurs schulzweigübergreifend unterrichtet.

So seien zum Halbjahreswechsel Anfang 2019 insgesamt neun Schüler unterschiedlicher Jahrgangsstufen vom Realschulzweig in den Gymnasialzweig gewechselt; im Schnitt seien es fünf bis zehn Schüler pro Jahr. Von der Haupt- zur Realschule wechselten durchschnittlich drei bis acht Schüler. Zum neuen Schuljahr schafften es 20 Realschulabsolventen in die Oberstufe des gymnasialen Zweiges.

Die stärksten Anmeldezahlen hat die Elbmarschenschule für den Realschulzweig. Hier ist die Schule dreizügig. Hauptschule und Gymnasium haben jeweils zwei parallele Klassenzüge, wobei in der Hauptschule auch Inklusionsschüler unterrichtet werden, wodurch sich die Klassenstärke verringert.

Nach Auskunft von Thomas Leibing sei das Kursangebot der Elbmarschenschule breit aufgestellt. „Wir müssen kaum Wünsche abweisen“, sagt er. Pro Jahrgang seien es 30 bis 40 Schüler, die den gymnasialen Zweig in Drochtersen besuchen. In der Konsequenz seien die Lerngruppen in den einzelnen Kursen sehr klein, wovon wiederum die Schüler profitieren. Ziel ist so Leibing, ab dem Schuljahr 2020/21 pro Jahrgang 40 Schüler in der Oberstufe zu unterrichten.

Das didaktische Gremium der Schule, dem auch Leibing angehört, hat vor zweieinhalb Jahren ein Methodenbuch entworfen, das jedem Schüler des Sekundarbereichs I (5. bis 10. Klasse) an die Hand gegeben wird. „So wissen sowohl Schüler als auch Lehrer, was wann im Unterricht drankommt und erwartet wird. Das schafft Verbindlichkeit“, erklärt der Gymnasialleiter.

Ziel sei es, die Schüler und Schülerinnen zu mündigen Bürgern zu erziehen, sie in Entscheidungen einzubeziehen, Freiräume für Eigenverantwortung zu schaffen. Daher arbeitet die Schule seit diesem Schuljahr mit der Methode der eigenverantwortlichen Arbeitszeit. Täglich haben die Lernenden eine halbe Stunde, in der sie Defizite bearbeiten oder sich Neues erschließen.

 

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