Das HVV-ProfiTicket wird teurer
Fünf Euro mehr im Monat muss ein Inhaber dieser besonderen Jahreskarte ab 2019 zahlen, wenn er diese für drei Ringe im Verkehrsverbund nutzt. Die fünf wichtigsten Fragen und Antworten.
Es betrifft nur wenige Pendler im Hamburger Verkehrsverbund (HVV) und damit auch die Pendler-Minderheit im Landkreis Stade – aber in Zeiten von ständig verspäteten oder ausfallenden Zügen dürfte diese Nachricht die Betroffenen noch mehr verärgern, als sie es ohnehin getan hätte. Wer ein ProfiTicket, die früher ProfiCard hieß, für drei Ringe benutzt, muss ab 2019 pauschal fünf Euro pro Monat mehr zahlen. Die fünf wichtigsten Fragen und Antworten dazu.
Was ist das ProfiTicket? Im Prinzip nichts anderes als eine Jahreskarte, nur billiger. Das ProfiTicket ist so etwas wie ein Jobticket im HVV. Unternehmen, in denen mindestens 20 Mitarbeiter eine Jahreskarte nutzen, können ein Großkunden-Abonnement abschließen. Damit bekommen sie die Tickets billiger und können sie billiger an die Angestellten weitergeben. Wie hoch der Rabatt für ein Unternehmen ist, also der Unterschied zwischen normaler Jahreskarte und ProfiTicket, hängt davon ab, wie viele Mitarbeiter ein ProfiTicket nehmen.
Der HVV will in erster Linie mehr Gerechtigkeit schaffen zwischen den Nutzern eines ProfiTickets und denjenigen, die eine normale Jahreskarte für den HVV-Großbereich haben. Denn: Die Jahreskarte für den Großbereich gilt für die Ringe A und B, ist aber teurer als das vergleichbare ProfiTicket, das aktuell zusätzlich zu den Ringen A und B auch für Ring C gilt. Neu ab 2019 ist: Das ProfiTicket bleibt billiger als die Jahreskarte, gilt für das Beispiel Großbereich aber in Zukunft nur noch für die Ringe A und B (wie die reguläre Karte). Wer als ProfiTicket-Bezieher Ring C dazu buchen möchte, muss fünf Euro mehr zahlen. Wer eine normale Jahreskarte hat und außer im Großbereich auch im Ring C fahren möchte, muss schließlich auch draufzahlen, so die Argumentation des HVV. Analog zu dieser Regelung werden auch die anderen ProfiTicket-Bereiche angepasst.
Welche ProfiTicket-Varianten gibt es? Bislang waren das zwei: eine Drei-Ringe-Variante (ABC, BCD oder CDE) oder Gesamtbereich (ABCDE). In Zukunft gilt das Zwei-Ringe-Prinzip, also AB, BC, CD oder DE. Wer einen dritten Ring benötigt, muss ab 2019 die besagten fünf Euro zusätzlich bezahlen. Die Variante Gesamtbereich (ABCDE) gibt es unverändert weiterhin.
Diejenigen, die ein ProfiTicket nutzen und die in der Innenstadt arbeiten. Wer nämlich im Landkreis Stade einsteigt (für Nutzer von S-Bahn und Metronom sind das der Ring D oder E) und in die City (Ring A) fährt, braucht vier oder fünf Ringe und damit automatisch die ProfiTicket-Variante Gesamtbereich (ABCDE).
Und welche Pendler aus dem Landkreis sind betroffen? Diejenigen, die ein ProfiTicket nutzen, im Ring D in den Zug steigen (Haltestellen Buxtehude, Neukloster, Horneburg, Dollern, Agathenburg) und im Ring B aussteigen (Haltestellen Neu Wulmstorf, Fischbek, Neugraben, Neuwiedenthal, Heimfeld, Harburg Rathaus, Harburg). Diese Pendler konnten bislang die Drei-Ringe-Variante BCD nutzen. Ihr ProfiTicket gilt ab 2019 nur noch für zwei Ringe, für den dritten sind fünf Euro pro Monat fällig. Kleiner Trost für diese Betroffenen: „Bei ihnen entfällt 2019 die jährliche Preisanpassung“, sagt HVV-Sprecher Rainer Vohl. Das ProfiTicket Gesamtbereich (ABCDE) wird hingegen nicht von der Preissteigerung ausgenommen werden.