Das Mittelalter-Dorf „Op de Hörn“ wird wiederbelebt
Das Mittelalter-Dorf in Balje-Hörne. Foto Gut Hörne
Zum Auftakt der Saison von Gut Hörne gibt es ab Freitag, 5. April, eine Ausstellung mit Einblicken in das mittelalterliche Leben im Elbe-Weser-Dreieck.
Sie lädt Gäste zu einem Rundgang ins mittelalterliche Dorf „Op de Hörn“ ein. Großzügige Förderung erhielt dieses Projekt von der Ritterschaft des Herzogtums Bremen. Text und Gestaltung sind von Marlies Oschmann.
Die Ausstellung zeigt, wie eng die mittelalterliche Besiedlung des „nassen Dreiecks“ an der Nordseeküste mit der Eindeichung von Weser und Elbe verbunden ist. Sie macht deutlich, wie in einer Naturlandschaft aus Wurtanlagen frühmittelalterlicher Besiedlungsphasen eine Kulturlandschaft entstand. Weiter informiert die Ausstellung über die politische und soziale Struktur der Feudalgesellschaft im Elbe-Weser-Dreieck. Sie geht auf die „Landschaft der Herzogtümer Bremen und Verden“ zurück, die bis heute die „Ritterschaft des Herzogtums Bremen“ mit ihrem Sitz in Stade bildet.
Darüber hinaus stellt die Ausstellung Lebensformen im Elbe-Weser-Dreieck dar. Sie gibt Auskunft über Burgen im Unterelbegebiet als Ursprung für Flecken und Städte, und geht auf die Entstehung von Dörfern ein, die sich aus mehreren Hofstätten in der Region als Siedlungseinheit entwickelten.
Schließlich befasst sich die Ausstellung mit alltäglichen Lebensverhältnissen im Mittelalter: mit der Landwirtschaft als Lebensgrundlage für die meisten Menschen auf dem Lande, mit der Hanse als Gilde, und den Zünften der Handwerker in den Städten. Die Ausstellung endet mit den Lebensweisen der Geistlichen in den Kirchen, Klöstern und Stiften.
Die Ausstellung steigert die Attraktivität des mittelalterlichen Modelldorfes, das einst als Projekt der Oberschule Freiburg in Verbindung mit einem Förderverein entstanden ist. Es wurde 1996 auf dem Grund des Gutes Hörne durch viele freiwillige und ehrenamtliche Arbeitseinsätze und Spenden möglich. Viele Kehdinger und Hadelner kennen das Dorf von einem Besuch aus ihrer Schulzeit. Es war für die 5. und 6. Klassen Außerschulischer Lernort. Über viele Sommer wurde einmal im Jahr das Große Mittelalterfest gemeinsam mit Eltern, Verwandten und Freunden im Dorf begangen.
Seit 2016 wird das Dorf „Op de Hörn“ von der Familie von Zedlitz auf Gut Hörne unterhalten und mit neuem Leben gefüllt. An einigen Sonntagen im Jahr finden Schwertkampfvorführungen der Schule für mittelalterlichen Schwertschaukampf statt. Seit 2018 unterstützt die Gruppe die Erhaltung des Dorfes.
Den Höhepunkt der Events rund um das mittelalterliche Dorf in diesem Jahr bildet das Mittelalterfest am 6. und 7. Juli. Dann werden Gaukler, Geschichtenerzähler und Barden die Gäste unterhalten, Händler und Tavernenwirte ihre Stände öffnen und zünftige Turniere ausgerichtet, die zum Mitmachen einladen. Dann kann die alte und neue Generation „Ritter“, „Knappen“ und „Burgfrauen“ wieder gemeinsam „Op de Hörn“ feiern. Für dieses Fest soll das Dorf wieder herausgeputzt werden. Wer hierbei helfen möchte, wendet sich bitte an den Leiter der Schwertkampfgruppe: Udo Onika: info@schwertkampf.de.
Wer sich nach der Ausstellung im mittelalterlichen Dorf „Op de Hörn“ noch etwas Gutes tun möchte, kann dieses ab dem 5. April wieder im Café Gut Hörne tun.