TDas Problem liegt woanders
Zum Artikel „Freund und Helfer der Demokratie“ (TAGEBLATT vom 20. Januar) schreibt Kai von der Reith aus Assel:
Jeden Tag sieht man in den Medien, womit die Polizei sich beschäftigen muss. Teilweise nehmen sie jeden Tag dieselben Täter in Gewahrsam. Nur, weil sie sie wieder laufen lassen müssen. Spucktüten sind mittlerweile bei Festnahmen Standard. Und da es sich ja kulturell bedingt nicht gehört, sich etwas von weiblichen Polizisten sagen zu lassen, wird dann auch gerne mal versucht die Beamtin anzupinkeln. Ganz tolle Sachen halt. Dabei macht die Polizei einen super Job, der garantiert nicht einfach und schön ist. Nur leider wird deren Arbeit sehr oft anschließend vom Innenministerium und den Gerichten zunichtegemacht. Da kann es dann schnell passieren, dass auch Polizisten irgendwann die Schnauze voll haben und zu sehr in die rechte Ecke abdriften. Natürlich kann und muss die Polizeiakademie vor Rechtspopulismus warnen und auch Lehrgänge zu diesem Thema sind enorm wichtig und richtig. Allerdings bin ich der Meinung, dass das Problem eben halt woanders liegt. Und da muss man anfangen, aufzuräumen. Denn wenn die Arbeit unserer Polizei wieder richtig geschätzt und vor allem unterstützt wird und die Justiz richtig durchgreifen würde, dann wäre Rechtspopulismus bei der Polizei gar kein Thema mehr.