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Das ist die kecke Frau Keck

Sandra Keck. Fotos Lepél/Musik für alle/privat

Sandra Keck. Fotos Lepél/Musik für alle/privat

Alte Journalisten-Regel: Keine Scherze mit Namen! Ausnahme: Ohnsorg-Schauspielerin Sandra Keck. Sie macht selbst gern Späßchen mit ihrem Nachnamen. Und der passt zu ihr, wie der Weihnachtsmann auf den Rentierschlitten.

Von Sabine Lepél Montag, 25.12.2017, 11:00 Uhr

Ihre Augen leuchten keck, ihre Antworten sind keck und sie verschickt gern „kecke Grüße“. Laut Duden bedeuten das kurze Adjektiv, in einer charmanten Weise unbekümmert und respektlos zu sein. Und auch ein bisschen frech oder vorlaut zu wirken. Das trifft auf Sandra Keck zwar ziemlich gut zu, aber die 50-Jährige kann auch anders: Sie hat eine sehr warmherzige, menschliche und romantische Seite, die sie zur Weihnachtszeit besonders intensiv auslebt.

Dazu hatte sie gerade wieder Gelegenheit: Sie moderierte zum vierten Mal die Benefiz-Veranstaltung „Märchen im Michel“ zugunsten des Vereins „Kinder helfen Kindern“. Für die Regisseurin, Schauspielerin, Sängerin, Autorin und Mutter eines 13-jährigen Sohnes ist das traditionsreiche Ereignis im Michel eine Herzensangelegenheit: „Das ist eine Traumveranstaltung, nach der man sich als Moderatorin die Finger leckt“, sagt Keck. „Vor 4000 Menschen im schönen Michel zu stehen und in die leuchtenden Kinderaugen zu schauen – das ist einfach wunderschön.“

Zu Hamburgs Wahrzeichen hat Sandra Keck eine besondere Beziehung: Nach Kindheit und Jugend in Harburg und dem Abitur am Alexander-von-Humboldt-Gymnasium zog es sie bereits mit 19 Jahren über die Elbe. Viele Jahre wohnte Sandra Keck direkt am Michel. Bis ihr Mann, der Choreograf und Tänzer Stephan Grühn, sie überzeugte, in die alte Heimat nach Harburg zurückzuziehen. Heute lebt die Keck-Familie in Eißendorf. „Harburgs Innenstadt ist zwar schrecklich, aber das Umland ist toll. Ich liebe die Bodenständigkeit, die Natur und die Ruhe hier“, sagt die Schauspielerin.

Theater hat Sandra Keck in ihrem Leben nämlich genug: Sie gehört bereits seit 1990 zum festen Ensemble des Ohnsorg-Theaters, wo sie in über 70 Rollen zu sehen war. Sie spielte Hanne Schäl in Gerhart Hauptmanns „Fuhrmann Henschel“, die Marthe in Goethes „Faust“ oder Johanna Homann in „Lengen na Leev“ nach Eugene O’Neill. Für diese Rolle erhielt sie 2014 den Rolf-Mares-Preis als herausragende Darstellerin. Zudem schreibt Keck Stücke und führt Regie. Derzeit probt sie für „Plattdeutsch für Anfänger“ (Plattdüütsch för Anfängers). In dem Stück spielt sie eine Doppelrolle, Premiere ist am 7. Januar. Ab Mai spielt Sandra Keck am Ohnsorg die Titelrolle in dem Musical „Hello Dolly“. „Ich liebe Rollen, in denen ich auch singen kann“, sagt sie. Ihr musikalisches Talent beweist die Harburgerin regelmäßig mit ihrer „Rock op Platt“-Reihe. Auch hat sich längst herumgesprochen, dass sie eine hervorragende, detailversessene Regisseurin ist.

In ihrer Kindheit gehörte Sandra Keck zu „Rolf und seine Freunde“ (Auf dem Foto ist sie die Zweite von hinten) . Die Gruppe um den Kinderliedermacher Rolf Zuckowski war mit Hits wie „Die Weihnachtsbäckerei“ oder „Und ganz doll mich“ erfolgreich, trat in der „Hitparade“ und bei „Wetten, dass?“ auf. Im Fernsehen ist Sandra Keck leider nicht so häufig zu sehen. „Fürs Fernsehen bin ich offenbar zu dick“, sagt sie. Wie bitte? Die TV-Entscheider lassen sich die kecke Frau Keck durch die Lappen gehen? „Im Fernsehen wirkt man halt immer viel breiter“, nimmt diese es gelassen. Jetzt müssen wir aber doch noch einmal auf das Scherzen mit Namen zurückzukommen. In dieser Hinsicht macht (der sportlich-schlanken!) Sandra Keck nämlich niemand etwas vor. Das bewies sie schon bei der Wahl des Vornamens für ihren Sohn: Er heißt Gregory Keck, frei nach Hollywood-Schauspieler Gregory Peck. „Mein Sohn hat schon im Bauch für die erste Pointe gesorgt“, sagt sie. Und die dunklen Augen blitzen. Fröhlich, humorvoll – und ein bisschen keck.

Als Kind ein Gesangs- und Schauspieltalent, als erwachsene Frau ein Profi auf den Bühnen des Theaters und der Musik: Sandra Keck aus Harburg ist nicht nur Ohnsorg-Fans ein Begriff. Schon in jungen Jahren sang sie mit Rolf Zuckowski „In der Weihnachtsbäckerei“.

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