Archiv

Eine fröhliche Truppe: Die „Musical Kids Hamburg“ bringen ihre Stücke im Harburger Theater auf die Bühne.

Eine fröhliche Truppe: Die „Musical Kids Hamburg“ bringen ihre Stücke im Harburger Theater auf die Bühne.

Die „Musical Kids“ sind auf der großen Bühne angekommen: Die fröhliche Truppe aus dem Hamburger Süden präsentiert im Februar im Harburger Theater wieder eine Weltpremiere.

Von Sabine Lepél 26.01.2018, 15:37 Uhr

Kinder fürs Theater zu begeistern und ihnen die Möglichkeit zu geben, in einem professionellen Rahmen auf großen Bühnen moderne Stücke zu spielen und zu singen: Das wollen Uwe Heynitz und seine Mitstreiter von den „Musical Kids“ jungen Gesangs- und Schauspieltalenten bieten. Inzwischen hat sich die Truppe von 40 Kindern und Jugendlichen im Hamburger Süden einen Namen gemacht – auch, weil Heynitz als künstlerischer Leiter ihnen immer wieder neue Musicals quasi auf den Leib schreibt. Das neueste Stück des kreativen Kopfs, der auch Komponist, Autor, Schauspieler und Kirchenmusiker der Auferstehungsgemeinde Marmstorf ist, heißt „Anouk und ihre Reise ans Meer“ und wird erstmals am 14. und 15. Februar im Harburger Theater aufgeführt.

„Anouk ist sehr bunt und schillernd“, sagt Heynitz. „Wir führen die Zuschauer in eine Welt voller Fantasiegestalten.“ So hat sich der Autor des Stückes den an Flugangst leidenden Katzenzyklopen Barnie einfallen lassen, der ein Flugzeug besitzt, mit dem er nach Afrika fliegen möchte, weil dort Katzen Könige sein sollen. „Anouk ist aber auch nachdenklich und philosophisch und hat einen ernsten Background“, so Heynitz. Bei der Geschichte um den Global Player „Oktopus“ und eine Welt, in der fast alles nur noch virtuell passiert und in der sich die Wirklichkeit langsam auflöst, sind Parallelen zur aktuellen Lebenswelt vieler Menschen durchaus beabsichtigt.

Auf diese Weise soll auch das neue Theaterstück der „Musical Kids“ nicht nur wieder ein Augen- und Ohrenschmaus werden, sondern zudem den Verstand begeistern und zum Nachdenken anregen. Mit der Inszenierung, die live von einem Orchester begleitet wird, sprengt das junge Team um Leiter Heynitz allerdings alles, was die Zuschauer bisher von den „Musical Kids“ gesehen und erlebt haben. Denn das Harburger Theater verwandelt sich von der Bühne bis zur letzten Reihe im Zuschauerraum in eine atemberaubende Unterwasserlandschaft. Und die Darsteller nehmen das Publikum mit auf eine fantastische Reise durch eine sich auflösende Welt.

In diesem modernen und bildgewaltigen Märchen erzählen die „Musical Kids“ die Geschichte der kleinen Anouk, die das Meer finden muss, um wieder gesund zu werden und die Wirklichkeit zu retten. Die Geschichte beginnt in einer nicht allzu fernen Zukunft in einem Waisenhaus. Anouk ist enttäuscht von ihren Freunden, da diese pausenlos auf ihre Handys starren, chatten oder Computerspiele spielen. Alles dreht sich nur noch um „Likes“ und „Dislikes“ und den eigenen Status, der auf einem immer sichtbaren Bildschirm angezeigt wird. Was die Kinder nicht wissen: Ihr ganzes „virtuelles“ Leben wird von einem mächtigen Konzern namens „Oktopus“ gesteuert, dessen bösartige Chefin Chleo die Kontrolle über die Welt anstrebt. Als Chleo mitbekommt, dass Anouk sich dem von ihr gewünschten Verhalten verweigert und sich der Kontrolle durch „Oktopus“ entzieht, verabreicht sie ihr ein Gift, das sie umbringen soll und dessen Wirkung nur durch Meerwasser neutralisiert werden kann. Und so macht sich Anouk – nicht wissend, ob es überhaupt einen Ozean gibt – auf die Suche nach dem Meer. Auf ihrem Weg begegnet sie fantastischen Fabelwesen.

Die Zuschauer können sich auf wunderschöne Bilder und eine bezaubernde Ausstattung freuen. Dafür haben sich engagierte Eltern und Großeltern der jungen Darsteller ins Zeug gelegt. Für die Kostüme konnte die bekannte Stelzen- und Performancekünstlerin Bettina Eichblatt von „Oakleaf Creativity“ gewonnen werden, für das professionelle Bühnenbild sorgt, wie schon in den vorangegangenen Produktionen, Susanne Körösi. Die von Uwe Heynitz komponierten Popsongs sind zeitlos schön und werden vom Universe Sound Orchestra live zur Aufführung gespielt. Heynitz betont: „Bei „Anouk und ihre Reise ans Meer“ sind die Zuschauer mehr als nur Gäste. Ob mitten im Ozean oder der Nebelwüste: Sie sind ganz dicht am Geschehen und tragen aktiv zum Verlauf der Geschichte bei.“

Die Geschichte der „Musical Kids“ wäre ohne Heynitz gar nicht denkbar. Er hatte vor mehr als zehn Jahren an der Grundschule Vahrendorf eigentlich lediglich ein kleines Musical inszenieren wollen, erweckte bei den Drittklässlern aber schnell die Leidenschaft für die Bühne. Daraufhin gründete er 2005 das „Theater Kiekeberg“, um mit den Kindern auch außerhalb der Schule Theater machen zu können.

Die Beliebtheit des Theaters wuchs rapide. Irgendwann wurde die Bühne des Freilichtmuseums am Kiekeberg zu eng, und die Kinder rockten 2007 erstmals mit dem Weltraummusical „Milchstraße Nummer 2“ über die Bühne des Harburger Theaters im Helms-Museum. Jahr für Jahr bewerben sich so viele Nachwuchsschauspieler bei der inzwischen in „Musical Kids Hamburg“ unbenannten Truppe, dass es eine lange Warteliste und Castings für die Aufnahme gibt.

 

Die Zuschauer erwarten fantasievolle Kostüme .

Die Zuschauer erwarten fantasievolle Kostüme .

Copyright © 2025 TAGEBLATT | Weiterverwendung und -verbreitung nur mit Genehmigung.