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Debatte über das Gymnasium Warstade in Hemmoor

Im Nachbarkreis Cuxhaven wird über den baulichen Zustand des Gymnasiums Warstade in Hemmoor diskutiert. Dabei geht es um bauliche Mängel und fehlende Klassenzimmer. Nach dem Schulausschuss hat sich nun auch der Bauausschuss des Landkreises Cuxhaven mit der Thematik beschäftigt.

Montag, 02.05.2016, 14:58 Uhr

Das Gymnasium wird auch von Schülerinnen und Schülern aus Nordkehdingen besucht.

Der Bauausschuss hat insbesondere gefordert, mögliche „gesundheitsgefährdende und sicherheitsrelevante Maßnahmen“ zu prüfen. Allerdings: Die Cuxhavener Kreisverwaltung sparte in dieser Debatte nicht mit Kritik an der Vorgehensweise von Schulleiter Thomas Kranenberg. Der hatte nicht nur in einer schriftlichen und mit Fotos versehenen Dokumentation die Kreistagsmitglieder auf Mängel am Warstader Gymnasium hingewiesen. Vielmehr untermauerte er seine Kritik auch in einem Vortrag vor dem Schulausschuss und schilderte, unter welchen Umständen der Unterricht zum Teil stattfinde. In das Zentrum der Kritik rückte er den Zustand des in Leichtbauweise vor mehr als 40 Jahren gebauten Traktes, der eigentlich nur als Provisorium dienen sollte.

Doch heute wie vor 40 Jahren wird dort Unterricht erteilt. Kranenberg sprach von einem „Pappkarton“. Zugleich kritisierte er die unhaltbaren Zustände im Chemieraum und die fehlenden Aufenthalts- und Konferenzmöglichkeiten sowie die Raumnot mit den damit verbundenen Wanderklassen.

Die Kreisverwaltung ließ die von Kranenberg geäußerte Kritik nicht kommentarlos über sich ergehen. Jana Witthohn (Fachgebietsleiterin für technische Gebäudeverwaltung) erklärte, dass der Verwaltung nur ein knapp bemessenes Budget für die reine Bauunterhaltung zur Verfügung stehe. Dabei handele es sich um durchschnittlich 78 000 Euro pro Jahr. Zudem dürfe man nicht vergessen, dass im Jahre 2008 insgesamt 3,8 Millionen Euro in den Umbau und die Erweiterung des Schulgebäudes sowie die Sanierung der Schulsporthalle geflossen seien. Gleichzeitig kritisierte sie, dass der Hemmoorer Schulleiter Kranenberg keinen direkten Kontakt mit der Kreisverwaltung in dieser Angelegenheit aufgenommen habe.

Am Ende waren sich die Ausschussmitglieder einig, die Empfehlung des Schulausschusses zu unterstützen und erst einmal eine Bestandsaufnahme der Situation am Gymnasium Warstade vorzunehmen, bevor weitere Maßnahmen erfolgen. Der Beschluss fiel einstimmig.

Aus dem Landkreis Stade besuchten im vergangenen Schuljahr 2014/15 135 Schülerinnen und Schüler, vornehmlich aus Nordkehdingen, das Gymnasium Warstade in Hemmoor.

Nach einer Vereinbarung von 2005 zahlt der Landkreis Stade pro Schüler einen Zuschuss von 604 Euro pro Jahr, knapp 100 000 Euro, für die laufenden Kosten. Für die Erweiterung im Zuge der Abschaffung der Orientierungsstufe zahlte der Landkreis Stade zudem einen einmaligen Investitionskostenzuschuss von 800 000 Euro.

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