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Der „Arme Ritter“ ist gar nicht mehr arm dran

Als Familienbetrieb ist der „Arme Ritter“ in Balje schon lange nicht mehr arm dran: Mellanie Ritter-Schuhmacher, Heike, Helmut und Tina Ritter (Foto von links). Foto Helfferich

Als Familienbetrieb ist der „Arme Ritter“ in Balje schon lange nicht mehr arm dran: Mellanie Ritter-Schuhmacher, Heike, Helmut und Tina Ritter (Foto von links). Foto Helfferich

Das 20-jährige Bestehen ihres Gasthofes in Balje feiert Familie Ritter am 5. Juni, dabei ist der Betrieb seit 85 Jahren in Familienhand. Aber vor 21 Jahren brannte die Gaststätte komplett ab. Ein Jahr später wurde unter neuem Namen wieder eröffnet.

Von Susanne Helfferich Montag, 30.05.2016, 16:35 Uhr

Juni 1995, brannte der Gasthof komplett nieder. Ein Jahr später feierte die Familie Eröffnung im Neubau – und mit neuem Namen. „Der arme Ritter“, hieß es in den Tagen nach dem Feuer vor 21 Jahren. Heike Ritter erinnert sich noch gut an die Anteilnahme und an die Hilfe von Nachbarn und Feuerwehr – gerade in diesen Tagen, wo es in der Nachbarschaft wieder so fürchterlich gebrannt hat und wieder die Baljer fest zusammenhielten.

Die Helfer hatten es damals geschafft, alle Möbel und das ganze Inventar aus der brennenden Gaststätte zu holen. „Nicht ein Glas war kaputt gegangen“, erzählt die 58-Jährige.

Sie hatte sechs Jahr zuvor mit ihrem Mann den Gasthof, den der Großvater Marcus Hatecke 1931 gekauft hatte, von ihren Eltern übernommen. „Fünf Jahre hatten wir um- und ausgebaut und in nur fünf Stunden war alles niedergebrannt“, erinnert sie sich. „Der arme Ritter“ – so hieß es damals. „Und wir waren ja wirklich arm dran.“

Doch die Ritters ließen sich nicht unterkriegen und bauten die Gaststätte wieder auf. Fast auf den Tag genau ein Jahr nach dem Unglück eröffneten sie ihren Betrieb am 3. Juni 1996 wieder. Außen neu und innen, dank des Einsatzes der Feuerwehr, mit all den antiken Möbeln. „Alles Familienstücke, die machen das besondere Flair unserer Gaststätte aus“, so Heike Ritter.

Es sei vor 20 Jahren ein Neustart gewesen und Gelegenheit für einen neuen Namen. Denn nur zwei Kilometer weiter in Hörne gab es das „Zwei Linden“ und das hatte schon immer für Verwirrung gesorgt. Da ohnehin alle davon sprachen, wurde das neu errichtete Restaurant „Armer Ritter“ genannt. Und seit vier Jahren gibt es auch das Gericht „Armer Ritter“ auf der Speisekarte.

Vor fast 85 Jahren hat Heike Ritters Großvater den Gasthof gekauft. Seither ist er ein Familienbetrieb. Die vierte Generation mit Tina Ritter im Service und Mellanie Ritter-Schumacher in der Küche ist voll eingespannt. „Wenn ich die beiden nicht hätte, dann wäre ich wirklich arm dran“, sagt Mutter Heike. (sh)

Das Hoffest

Der „Arme Ritter“ feiert am Sonntag, 5. Juni, ab 12 Uhr sein 20-jähriges Bestehen mit einem Hoffest. Mit dabei sind Baljer Vereine und Einrichtungen, wie die Landjugend, die Feuerwehr, die Landfrauen, Kindergarten und Schule. Sie alle sorgen mit Angeboten und Leckereien für ein buntes Programm. Auf dem Saal wird außerdem ein Kunsthandwerkermarkt ausgerichtet. Vom Restaurant selbst werden nur Spanferkel und Getränke angeboten, damit die Vereine Umsatz machen.

Die Feuerwehrleute konnten 1995 nicht das Gebäude retten, aber das ganze Inventar. Archivfoto Kordländer

Die Feuerwehrleute konnten 1995 nicht das Gebäude retten, aber das ganze Inventar. Archivfoto Kordländer

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