Der Garten erdet die Menschen
Gartenbotschafter John Langley war Gast in Ahlerstedt. Foto Kordländer
John Langley aus Barmbek ist der Mann mit dem „grünen Daumen“. Während eines Vortrags vor 150 Harsefelder Landfrauen im Ahlerstedter „Schützenhof“ behauptete der ehemalige Fernseh-Gärtner: „Jeder Garten ist ein Spiegelbild dessen, der ihn anlegt. Der Garten bildet die Erweiterung des persönlichen Lebensraumes.“
John Langley aus Barmbek ist der Mann mit dem „grünen Daumen“. Während eines Vortrags vor 150 Harsefelder Landfrauen im Ahlerstedter „Schützenhof“ behauptete der ehemalige Fernseh-Gärtner: „Jeder Garten ist ein Spiegelbild dessen, der ihn anlegt. Der Garten bildet die Erweiterung des persönlichen Lebensraumes.“
„Das Gärtnern beginnt im Kopf und es endet im Rücken“, behauptete der Gartenbotschafter, der sich 35 Jahre lang im Fernsehen für naturbewusstes Denken und Handeln eingesetzt hat, während seines launigen Vortrags. Für ihn ist der Kleingarten als Spießerkultur, als Abgrenzung hinterm Gartenzaun, längst out. Heute präsentiere man seinen Garten öffentlich. „Wer seinen Garten zeigt, der zeigt auch ein kleines Stück seines Herzens.“
Langley betonte weiter: „Symbolisch gesehen: Wer mit dem Pflug durch seinen Garten fährt, legt neue Ideen frei.“ Im Garten müsse es wild zugehen, um so schöner sei er. Man dürfe der Vielfalt und auch Wildwuchs durchaus freie Bahn lassen. Das locke Insekten und kleine Tiere an, die das Erscheinungsbild bereicherten. Naturverständnis sei oberstes Gebot. Impulse geben, so könne man teilhaben an den Facetten der Natur.
Nach Darstellung von Langley gibt es 17 Millionen Gartenbesitzer mit einer Gesamtfläche von 68 000 Quadratkilometern. Für den Gartenbotschafter bedeutet der Garten Erholungsraum, Hobby und Ausgleich im Leben. „Denn Garten ist mehr als gärtnern.“ Der Garten, der jedes Jahr anders sei, erde die Menschen. „Er ist das Paradies, und wenn man an die Arbeit denkt, manchmal auch ein Störenfried.“ Aber Gartenarbeit diene auch dazu, sich fit zu halten. „Wer einen Garten hat, ist toleranter zu Mitmenschen“, so der „Mann mit dem grünen Daumen“.
„Herbstzeit ist Pflanzzeit im Garten“, hob der Referent hervor. Daher müsse jeder Naturfreund schon jetzt an das nächste Frühjahr denken. Langley machte deutlich, dass Männer ganz anders gärtnern als Frauen. Während Mama das Erdreich umgrabe, die Pflanzen liebevoll betreue und alles chic und sauber halte, erfülle sich Papa lieber den Kindheitstraum, mit dem kleinen Truck durch das grüne Paradies zu fahren. „Männer wollen den Frauen den Hof machen und nicht den Garten.“ Mit seinen kleinen Spitzen hatte der Redner stets die Lacher auf seiner Seite.
Wer den Garten nur von der Terrasse aus betrachte, der werden immer wieder zweifeln, so der Ex-Fernsehgärtner. Wer sich dagegen immer wieder mitten in seinen Garten begebe und sich Zeit für ihn nehme, werden stets neue Schönheiten entdecken. Der Garten ist für Langley „der letzte Luxus unserer Zeit“.
Ideenreichtum sind im Garten keine Grenzen gesetzt. „Mal einen Holzstapel als Coulage liegenlassen und ihn den Insekten überlassen.“ Langley: „Der Garten ist auch Kulturraum.“ Man müsse ihn begreifen durch Anfassen und Naturverständnis. Und: „Gestalten Sie ihren Garten unbedingt auch bienenfreundlich.“