Der Künstler Max Pechstein
Max Pechstein: Das gelbschwarze Trikot , 1910, Brücke-Museum Berlin, Dauerleihgabe aus Privatbesitz, © 2017 Pechstein Hamburg / Tökendorf.
Zum ersten Mal werden seine Werke in einer Einzelausstellung in Hamburg gezeigt: In „Max Pechstein. Künstler der Moderne“ präsentiert das Bucerius Kunst Forum ab heute das Schaffen des deutschen Expressionisten.
September würdigt die Ausstellung den Künstler Max Pechstein (1881-1955) als wegweisenden Vertreter der Moderne. Die Schau zeigt sein Werk vor dem Hintergrund biografischer und geografischer Schwerpunkte: In fünf chronologisch geordneten Kapiteln wird deutlich, wie sich Pechsteins Stil mit jedem Aufenthaltsort veränderte und weiterentwickelte, darunter Paris, Berlin und Dresden, Nidden (Kurische Nehrung), Monterosso (Italien), Palau (Südsee) sowie Leba und Rowe (Ostpommern).
Über die motivische Prägung unterschiedlicher Lebensmittelpunkte hinaus ergründet die Ausstellung, wie Pechstein frühzeitig wichtige Strömungen und Neuerungen in der Malerei erspürte und in seiner Kunst verarbeitete. Mehr als 70 Werke geben Einblick in die Schaffensperioden Pechsteins zwischen 1906 und 1932. Präsentiert werden neben vielen seiner Gemälde auch Druckgrafiken, Zeichnungen, Aquarelle und Holzschnitte.
Max Pechstein rezipierte als einer der ersten deutschen Künstler die Ausdrucksmittel des französischen Fauvismus und wandelte sie in einen eigenständigen expressionistischen Stil um. Nach einem künstlerisch prägenden Parisaufenthalt zwischen 1907 und 1908 war er in Dresden und Berlin maßgeblich an der Bildung des „Brücke“-Stils beteiligt. Ab 1912 fanden auch Elemente des Kubismus Eingang in sein Werk.
Neben dem Großstadtleben war es insbesondere die unberührte, einsame Natur, die Pechstein inspirierte: zunächst in Nidden, später in seinen „pommerschen Paradiesen“ in Leba und Rowe. Auf der Südseeinsel Palau fand er für kurze Zeit den vollkommenen Einklang von Mensch und Natur, der sich ab 1917 in seinen Werken spiegelte.
Geprägt von seinen Erfahrungen im Ersten Weltkrieg malte er zu Beginn der 1920er Jahre auf der Suche nach Harmonie vermehrt Landschaften, Stillleben und Porträts seiner Familie. Seine farbintensiven expressionistischen Sonnenuntergänge gehen auf seinen Aufenthalt im italienischen Monterosso zurück. Die Erfahrung, unter dem NS-Regime als „entarteter“ Künstler diffamiert zu werden, prägten Pechsteins Spätwerk, das oft menschenleere, dramatische Landschaften zeigt. (st/chw)
Ausstellung
Max Pechstein.
Künstler der Moderne
20. Mai bis 3. September
Bucerius Kunst Forum,
Rathausmarkt 2, 20095 Hamburg
Öffnungszeiten: täglich von 11 bis 19 Uhr, donnerstags bis 21 Uhr
Eintritt: 9 Euro, ermäßigt und montags 6 Euro, unter 18 Jahren frei