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Premiere

Der Pionier-Jahrgang der Waldorfschule Apensen hat Abi

Schüler des Pionierjahrgangs der Waldorfschule Apensen mit den Abschlusszeugnissen. Foto Waldorfschule Apensen

Schüler des Pionierjahrgangs der Waldorfschule Apensen mit den Abschlusszeugnissen. Foto Waldorfschule Apensen

Für die Freie Waldorfschule Apensen ist es ein großer Meilenstein und eine Premiere: Vor 13 Jahren startete die erste Klasse, damals noch am Fruchthof in Buxtehude. Jetzt, 13 Jahre später, haben die ersten Schüler des Pionierjahrgangs das Abitur abgelegt.

Von Anping Richter Donnerstag, 04.07.2019, 15:38 Uhr

„Es war ein rührender Moment“, berichtet Friderike Steinkopff, die zu den Gründern der Waldorfschule Apensen gehört und heute für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. Neben den Schülern, die ihr Abitur und ihre Schulabschlüsse gemacht haben, nimmt die Schule jetzt außerdem auch Abschied von den Gründungseltern, die damals am Aufbau der Schule mitgewirkt und oft selbst Hand angelegt haben.

Die Waldorfschule Apensen ist eine Gesamtschule, in der alle üblichen staatlichen Schulabschlüsse erworben werden können. Die ersten Schüler haben die Schule schon im vergangenen Jahr verlassen – nach ihrem Waldorfschulabschluss am Ende des zwölften Schuljahres. Zwölf Schüler waren dann vor einem Jahr in der 13. Klasse mit dem Ziel angetreten, ihr Abitur zu machen, zwei überlegten es sich aber schon früh anders, berichtet Steinkopff. Fünf Schüler haben ihr Zentralabitur erfolgreich abgelegt, drei haben ihr Fachabitur in der Tasche. Zwei haben das Abitur nicht geschafft. Wie Steinkopff anmerkt, haben die Waldorfschüler beim Abitur allerdings nicht die Möglichkeit, ihre Leistung während der Oberstufensemester in die Abiturnote einzubringen. Da sie extern geprüft werden, gilt nur die Prüfungsnote. Das Abitur an der Waldorfschule wird in Zusammenarbeit mit einem staatlichen Gymnasium abgelegt, in diesem Fall war es die Halepaghen-Schule in Buxtehude, die den Prüfungsvorsitz hatte und zwei Ko-Korrektoren stellte.

„Ich denke, es gibt noch Hausaufgaben für uns zu machen“, sagt Friderike Steinkopff als Fazit des ersten Abiturjahrgangs. Die Schüler der Pionierklasse hätten den Nachteil gehabt, dass sie keinen Jahrgang vor Augen hatten, der ihnen vorgelebt hätte, wie er sich auf das Abitur vorbereitet und welche Früchte die Bemühungen tragen. „Die nächste Klasse wird das aber wissen“, prophezeit sie.

Die Apenser Waldorfschüler, die jetzt ihr Abitur oder einen anderen Abschluss gemacht haben, zeigen in dem, was sie nach der Schule vorhaben, ein sehr buntes Spektrum: So beginnen Schüler jetzt Ausbildungen zum Rettungssanitäter, als zahnmedizinische Fachangestellte bei der Bundeswehr, als Zerspanungsmechaniker, Hotelfachangestellte, Bürokauffrau, als Sattlerin oder als Krankenpfleger. Ein Schüler hat sich zum Wehrdienst verpflichtet und will bei der Bundeswehr auch ein sicherheitstechnisches Studium ablegen, einer peilt ein Duales Architekturstudium an, außerdem gibt es Schüler, die als Au Pair ein Auslandsjahr machen oder ein Freiwilliges Soziales Jahr ableisten.

Steinkopff betont, dass die Waldorfschüler universell und damit auch im handwerklich-künstlerischen Bereich gut ausgebildet werden. Die Schüler des Pionierjahrgangs selbst lobten den Zusammenhalt in ihrer Klasse und den guten Kontakt zu den Lehrern an ihrer Schule. Auch das frühe Fremdsprachenlernen – Englisch und Spanisch werden ab der ersten Klasse unterrichtet – sei von großem Vorteil.

Mehr zum Abiturjahrgang 2019 an den Schulen in der Region steht am Wochenende unter www.tageblatt.de.

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