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Der letzte Schultag für Susanne von Hennig

Schon immer mit der Landwirtschaft verbunden: Susanne von Hennig im Kräutergarten der Berufsschule. Foto: Wilkening

Schon immer mit der Landwirtschaft verbunden: Susanne von Hennig im Kräutergarten der Berufsschule. Foto: Wilkening

Seit 2002 war sie Schulleiterin an der BBS III in Stade. 16 Jahre später verabschiedet sich Susanne von Hennig nun Ende Juli in den Ruhestand – wie viele Kollegen aus Schulleitungen auch – typischerweise mit einem lachenden und einem weinenden Auge.

Von Merle Wilkening Donnerstag, 19.07.2018, 11:30 Uhr

Sie freue sich darauf, mehr Zeit mit ihrem Mann verbringen zu können, sagt die 65-Jährige. Aber gleichzeitig weiß sie auch: Sie wird die Schule, das Kollegium und die Schüler vermissen. „Die Schule liegt mir einfach am Herzen“, fasst sie ihre Zeit an der Berufsschule zusammen.

Und das, obwohl sie eigentlich nie Lehrerin werden wollte. In Göttingen studierte von Hennig Landwirtschaft. Erst nachdem sie ihren Mann kennenlernte, absolvierte sie ein Referendariat für Schule und Verwaltung. Bis 1999 arbeitete sie als Lehrerin in Wittmund, der „gemütlichen Ostfriesenstadt“.

An das Datum ihres ersten Arbeitstages an der Berufsschule in Stade erinnert sie sich noch genau: „Der 4. Februar 2002.“ Über eine Bekannte hatte sie von dem freien Schulleiterposten erfahren. Die Umstellung auf die Aufgaben einer Schulleiterin fiel ihr anfangs nicht leicht. Ständige Veränderungen von Vorgaben im Schulwesen hätten Unruhe hervorgebracht.

Veränderungen brachte auch der Umzug der Schule in den Neubau an der Glückstädter Straße in Stade vor acht Jahren mit sich. „Die Situation war damals sehr beengt, neue Raummöglichkeiten waren notwendig“, sagt von Hennig.

Was sich mit dem neuen Standort nicht geändert hat, sind die Werte, die von Hennig in ihrer Amtszeit vermitteln wollte. „Ich habe immer versucht, zwischen den verschiedenen Interessen der Schüler und Kollegen zu vermitteln“, sagt die scheidende Schulleiterin. Schülerorientiertes Handeln wurde bei ihr großgeschrieben.

Wichtig bei ihrer Arbeit sei ihr immer Respekt und Wertschätzung gewesen. Jeder solle jeden Menschen auf Augenhöhe als gleichwertig betrachten, auf einer Ebene. Ein Prinzip, das jeder Lehrer pflegen solle.

Während ihrer Zeit als Schulleiterin habe sie vor allem eins gelernt: geduldig zu sein. „Anfangs hatte ich die Angewohnheit, zu schnell zu viel zu wollen“, sagt von Hennig. Sie werde es vermissen, den morgendlichen Weg zur Schule und den Gedanken, immer genug zu tun zu haben. „Es ist eine wichtige Arbeit, was wir hier an der Schule machen.“ Mit wir meint sie das gesamte Team aus Kollegium und Mitarbeitern, das hinter der Schule steckt.

Etwas Zeit bleibt Susanne von Hennig noch bis zu ihrem Austritt. Ende Juli geht sie offiziell in Ruhestand, die Abschiedsfeier in der Schule findet am Montag, 6. August, um 11 Uhr statt. Noch ist die Nachfolge der Schulleiterin unklar, höchstwahrscheinlich wird die Stelle aber schulintern vergeben.

Nach dem Abschied will von Hennig die Schule weiterhin unterstützen und Betriebe für ein Einstiegsprogramm für Migranten akquirieren. Schon immer mit der Landwirtschaft verbunden, möchte sie sich zudem mehr im Internationalen Garten und ihrer Kirchengemeinde der Markuskirche engagieren – und einen großen Traum erfüllen: mit der Transsibirischen Eisenbahn fahren.

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