Deutscher Karikaturenpreis für Jan Klocke aus Berlin
Jan Klockes Preisträger-Karikatur „Tumortherapie“. Foto: Jan Klocke/dpa
Jan Klocke arbeitet hauptberuflich als Arzt, in seiner Freizeit zeichnet er Karikaturen. Mit seiner Zeichnung „Tumortherapie“ verbindet er beides - und gewinnt den Deutschen Karikaturenpreis.
Dresden. Mit seiner Karikatur „Tumortherapie“ hat der Berliner Cartoonist Jan Klocke den Deutschen Karikaturenpreis 2026 gewonnen. Seine Arbeit zeigt einen Patienten, dem ein Tumor aus dem Rücken wuchert. Statt zu operieren, will der Arzt das Geschwür „inhaltlich stellen“. „Wir wissen längst, was wir gegen den Klimawandel, den Rechtsextremismus oder die großen Tech-Konzerne unternehmen müssten, aber wir scheuen uns, das Messer anzusetzen“, erklärte die Jury zur Kür dieser Arbeit für den Preis.
Hauptberuflich arbeitet Klocke, Jahrgang 1989, den Angaben zufolge als Arzt in einem Krankenhaus. Seit 2024 veröffentliche er Cartoons in sozialen Medien. Der erste Preis ist mit 4.000 Euro dotiert.
Mehr als 1.000 Arbeiten für Wettbewerb eingereicht
265 Karikaturisten und Karikaturistinnen haben sich dieses Jahr mit mehr als 1.000 Arbeiten an dem Wettbewerb beteiligt. Er stand unter dem Motto „Reif für die Therapie“. Die Preise in Form von geflügelten Bleistiften wurden im Schauspielhaus Dresden vergeben. Besucher können die besten Arbeiten in den kommenden Wochen im Dresdner Haus der Presse (ab 9. November), dem Gebäude der Bürgerschaft in Bremen (ab 24. November) und im Frühjahr in Schloss Agathenburg bei Hamburg (ab 4. März) besichtigen.
Der Deutsche Karikaturenpreis wird von der „Sächsischen Zeitung“ und dem „Weser-Kurier“ vergeben und ist mit insgesamt 11.000 Euro dotiert. Der geflügelte Bleistift in Silber ging an Leonard Riegel aus Frankfurt für seine Zeichnung „Merzwanderer“, Bronze erhielt Teresa Backmund aus Leipzig für ihre Arbeit „Quereinsteiger“. Als bester Newcomer wurde Maxim Seehagen aus Niedersachsen geehrt. In seiner Karikatur reißt Bundeskanzler Friedrich Merz einen Bürger morgens 3.14 Uhr mit den Worten „Faule Sau!“ aus dem Schlaf.